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Nahalat tsevi · 1936-10-01 · Heft 1-3 (Oktober 1936) · p. Seite 10

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Journal
Nahalat tsevi
Volume
VII (5697) 1936/37
Issue
Heft 1-3 (Oktober 1936)
Date
1936-10-01
Page
Seite 10 (sequence 12)
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10 Schrift knüpft sich seine Zuversicht in das endliche Gottesreich auf Erden, in das endliche Schwinden jeder Menschenfeindsehaft und Selbstsucht von der Erde vor dem auf alle und in alle vom Himmel herableuchtenden Gottesgedanken; denn in jedem neu־ geborenen Kinde, in jeder rein ins Hiersein eintretenden Kindes־ und Säuglingsseele erwächst damit diesem Reiche ein neuer Kämpe und Herold. Im Anblick der Go Ltesschöpfung findet der Mensch sich endlich zurecht in die Wahrheit seiner Stellung, in seine Kleinheit und Hoheit. Mit seiner die Erdwelt beherrsehenden geistigen und sittlichen Macht begreift er sich als ersten Diener Gottes, und in dieser Gotteshuldigung des Mensehen steigt die Gottesherrlichkeit vom Himmel zur Erde nieder und die Erde wird zum Gottesreich. (Ps. 8) Wenn aber dem jüdischen Bewußtsein die Himmel die Ehre Gottes erzählen und Seiner Hände Werk die Veste verkündet, wenn Tag auf Tag das Schöpferwort offenbart und Nacht auf Nacht die Vorsehung kund tut, wenn es dazu keiner Rede, keiner Worte bedarf, ohne sie die Belehrung vernommen wird, weit über die Erde hin ihre Saite tönt und, wo nur Menschen wohnen, der Himmel Worte dringen, daß Er in ihnen dem Sonnen־ ball das Zelt gegeben und er strahlend wie ein Bräutigam aus seiner Hülle tritt, freudig, als wäre er der Allmächtige, seine Bahn zu laufen und doch ein bestimmter Himmelspunkt sein Ausgang bleibt und sein Kreislauf sich um bestimmte Grenzen bewegt und Er nicht einmal von seiner Sonne verdunkelt wird, eben weil sie sich als Seine Sonne verkündet (Ps. 19, 2—7) — wenn somit dem jüdischen Bewußtsein für die Erkenntnis des ״Daseins Gottes“ der denkende Hineinblick in die Gesetzmäßig־ keit der Natur genügt: so ruft eben die Anschauung des Gesetzeswaltens in der Natur das Bedürfnis in ihm wach, nun auch sein Gesetz, das Gesetz für den Menschen zu suchen, das also ihm den Willen Gottes a n den Menschen kund tut, wie dieser Gotteswille für Himmel und Erde in ihnen sich ausspricht, und es freut sich, in der ihm gewordenen Gotteslehre Befriedigung für dieses Bedürfnis, Gottes Gesetz für den Menschen zu haben, das nicht nur und nicht sowohl eine Offenbarung über Gott, als vielmehr die Offenbarung Gottes über den Menschen in ihm ist, die ihn über sich selber belehrt und ihm die Weisheit und Lebensaufgaben zur Lösung, die das Herz erfreuen und die Augen erleuchten und ihn sittlich rein erhalten und ihn auch sein Leben unter dem Diktat von Gottes Ordnungen entfalten lassen, die

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