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Nahalat tsevi · 1936-10-01 · Heft 1-3 (Oktober 1936) · p. Seite 8

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Journal
Nahalat tsevi
Volume
VII (5697) 1936/37
Issue
Heft 1-3 (Oktober 1936)
Date
1936-10-01
Page
Seite 8 (sequence 10)
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6 Gottesgeschöpf erkennen und würdigen, lernt nach dem Ausdrucke jüdischer Weisen vor der Mücke erröten, wenn sie in ihrem ephemeren Dasein die ihr durch das Gesetz ihres Sehöpfers erteilte Bestimmung treu erfüllt und ihn sein Bewußtsein einer in Ungehorsam verfehlten Daseinsbestimmung zeiht. Das Judentum meidet nicht eine denkende Naturanschauung, es ruft sie geradezu hervor und pflegt sie durch seine Institutionen, mit welchen es seine Bekenner durchs Leben geleitet und in welche es seine Jugend früh einführt. ״Wollt ihr denn nie erkennen, nie vernehmen, ist’s euch nicht von früh an gesagt worden, habt ihr nie selber Einsicht gesucht in die Gründe der Erde?“ (Jesaias 40, 21) ״Wer hat mit seinem Schritt das Wasser gemessen, wer mit der Spanne die Himmel begrenzt, wer im Maß den Staub der Erde gefaßt und hat im Gleichmaß abgewogen die Berge und mit der Wage die Hügel? (Das. 12) Hebet zur Höhe eure Augen und sehet, wer hat diese geschaffen, wer ist’s, der in Zahl ihre Heere hinausführt? Alle ruft er mit Namen sie hin; aus eigener Machtfülle, wie auch mächtig an Kraft, hat keines sich von selbst in die Herde gefügt.“ (Das. 26) Dieser Aufforderung, ein offenes Auge und einen offenen Sinn für die Offenbarung Gottes in den Naturerscheinungen und den Naturgesetzen zu haben, begegnen wir auf allen Blättern der jüdischen Bekenntnisschriften. Sie weisen hin auf den *Schöpfer der Himmel und ihrer Neigen, der Erde und ihrer Entwicklungen,1) der alles, was sein Gepräge trägt und was er zu seiner Offenbarung geschaffen, in Form und Gestalt gekleidetlH«), der, wie er das Licht und die Finsternis geschaffen, so alle Gegensätze zur harmonischen Welteinheit fügt und darin selbst dem, was uns ein Uebel dünkt, ein berechtigtes Dasein gibt 2), der die Erde vermöge ihrer Bildung, Gestaltung und Richtung nicht zur Oede, vielmehr zu einer heiteren Wohnstätte geschaffen 3), dessen Linke die Erde gegründet und dessen Rechte die Himmel gespannt, und der ihnen noch zuruft und sie stehen seines Winkes gewärtig4), auf dessen Geheiß der Schnee und der Regen vom Himmel zur Erde und von der Erde sich wieder zum Himmel sammelt, nachdem sie die Erde getränkt, zum Keimen und Wachsen gefördert und dem Sämann die Saat und dem Hungernden! das Brot haben gebracht5), der den Himmel seinen Thron und die!) das. 42, 5. la) das. 43, 7. 2) das. 45, 7. 3) das. 13. *) das. 48, 13. 5) das. 55, 10.

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