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Nahalat tsevi · 1936-10-01 · Heft 1-3 (Oktober 1936) · p. Seite 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Nahalat tsevi
Volume
VII (5697) 1936/37
Issue
Heft 1-3 (Oktober 1936)
Date
1936-10-01
Page
Seite 7 (sequence 9)
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7 Menschen am frühesten von aller Realität der ihn umgebenden und sich in ihm selber ihm offenbarenden Welt eich einprägende Vorstellung der Kausalität, der Gedanke eines freien Schaffens, er ist ja fast der einzige Grundgedanke, aus welchem die Institution des Judentums die Jugend wie die Mannesreifd die ganze Fülle ihrer Lehren von Gott und dem Menschen kon־ struieren lehrt. An Gott als den freischaffenden Erzeuger der Welt und den Menschen als den freischaffenden Erzeuger seiner Ta־ ten, das sind die Kardinalpunkte, an welche das Judentum das Bewußtsein seiner Bekenner sicher lehnt. Wenn die übrige Ju־ gendbildung dem erwachenden Sinnen und Denken des Kindes die am Himmel und auf Erden sich entfaltende Welt zu er־ schließen sich bemüht und Stufe nach Stufe die Wesen und ihre Erscheinungen in ihren Formen, in ihren gemeinsamen und besonderen Merkmalen mit den ihnen innewohnenden Kräften und Wirkungen, mit den sie alle beherrschenden Gesetzen und Ordnungen, und endlich sich selbst, den Menschen in dem ganzen Adel seiner geis tig sittlichen Natur inmitten dieser Welt, dem Kinde, dem Knaben, dem zum Manne reifenden Jünglinge zu immer bewußtvollerer Einsicht und Erkenntnis zu bringen strebt: so tritt ja das Judentum nur harmonisch ein in den Kreis die־ ses ganzen pädagogischen Bemühens und lehrt in Gott den freien Schöpfer, Bildner, Ordner und Gesetzgeber, aus dessen freiem, gedankenvollem Schaffen diese ganze Welt von seienden und lebenden Wesen, von strebenden mid wirkenden Kräften, von waltenden und herrschenden Gesetzen und der Mensch in dem ganzen Adel seines Wesens hervorgegangen, lehrt in Gott den־ jenigen, dessen Denken und Wollen noch diese seine Welt er־ hält und leitet. Durch diesen den Weltgedanken ergänzenden Gottesgedankeil, erhält ja erst die Weltanschauung und Erkenntnis ihren eigentlichen, Geist und Herz pädagogisch bildenden Wert. Durch ihn lernt das Kind, lernt der Knabe und der zum Manne reifende Jüngling die Welt im Ganzen als eine Fülle verwirklichter Gottesgedanken begreifen und in dem kleinsten Wesen, in dem zartesten Gebilde des kleinsten Wesens und in der leisesten Kraft des zartesten Gebildes einen sich verwirklichenden Gottesgedanken, einen getreuen Herold und Diener eines Gottesgesetzes erblicken und achten, lernt vor allem auch in sich das nur zum freien Gehorsam des göttlichen Gesetzes berufene und eben durch diesen Beruf des freien Gesetzesgehorsams geadelte

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