Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- VII (5697) 1936/37
- Issue
- Heft 1-3 (Oktober 1936)
- Date
- 1936-10-01
- Page
- Seite 6 (sequence 8)
- Belongs to
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6 Sympathie oder Abneigung, je nachdem es von ihm bereits als Ursache zu erwartenden Behagens oder Mißbehagens erkannt wird. Und freies, einen vorgedachten Zweck durch bestimmte Veranstaltung herstellendes Schaffen ist die allerfrüheste Vor- Stellung, mit welcher es die Tätigkeit seiner erwachsenen Umgebuiig vertraut macht und in deren Nachahmung sich das zum Spiel gereifte Kind am frühesten und am liebsten übt, so sehr, daß nicht die freie Kausalität, sondern eine physische, in bewußtloser Nötigung erfolgende Wirkung vielmehr die Vorstellung ist, deren Auffassung erst der Reflexion eines späteren Stadiums Vorbehalten bleibt. Der frühesten Kindlichkeit geschieht alles aus freier, beabsichtigender Ursächlichkeit, und sie zürnt dem härten Boden und der Tischecke, die ihr im Fall und Stoß Schmerzen gebracht. Dieser ursächliche Zusammenhang der Welt der Erscheinungen und diese freie Ursächlichkeit des Menschentums, in deren Armen von selbst das Bewußtsein eines jeden Menschenkindes auf blüht, sie sind ja auch das vorzügliche Objekt und die unerläßliche Voraussetzung jeder Menschen bildenden Tätigkeit. Von dem ersten Anschauungsunterricht, der den Sinn und Geist der Kleinen in Erkenntnis und Verständnis ihrer Welt einführt, bis hinan zu den Höhen männlicher, auf Wissenschaftlieher Basis beruhender Erkenntnis, begnügt sich keine Stufe, nur die Dinge nach ihren konstanten Merkmalen und Eigenschaften kennen zu lehren, sondern eine stufenmäßig fortschreitende Einsicht auch in den Zusammenhang und die kausale Wechsel- Wirkung der Dinge ist überall das anzustrebende Ziel. An die freie Selbstbestimmung, das ist ja an die freie Kausalität, die den Menschen als Menschen charakterisiert, appelliert ja aber jeder Erkenntnis oder Fertigkeit erzielende Unterricht und jedes Tun oder Lassen fordernde Wort der Erziehung. Ueberall wird der junge Mensch zur freien Selbstbestimmung, zur bewußten Richtung seiner erkennenden oder schaffenden Kräfte auf ein in entsprechender Weise zu erreichendes Ziel geladen, und der zeitgenössische Wahn, der, die Tatsächlichkeit der Selbsterfahrung eines jedes Menscheiiinnerii verleugnend, uns die Wahrheit dieser in freier Ursächlichkeit sich betätigenden Selbstbestimmung entwinden möchte, möge zuvor unsere Schulen schließen und jedes erziehende Bemühen zum Gelächter machen. Und nun eben diese, wie wir meinen, dem Bewußtsein des