Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- VII (5697) 1936/37
- Issue
- Heft 1-3 (Oktober 1936)
- Date
- 1936-10-01
- Page
- Seite 5 (sequence 7)
- Belongs to
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$ flüß üben. Es steht auch nicht eine einzige ihrer Lehren im Widerspruch mit dem heiteren, sinnlich geistig strebenden und dieses Strebens sich freuenden Leben der sich bewußt entfaltenden jungen Menschenseele. Wenn die junge Psyche die Welt anlacht und mit Schmetterlingsflügeln sich hinauswiegt in den sonnigen Strahl der sich ihr zu sinnlich geistigen Freuden eröffnenden Welt, da tritt die Institution des Judentums diesem Lebensfrohsinn nicht als freudescheuchender Mentor entgegen, den aus den Blüten der blumenreichen Erde nur der zur Sünde verlockende Duft anwehte; der die Erde nur als eine Uebungsschule der Entsagung anblickte und dem nur über das Grab hinaus eine jenseitige Freude der Seligkeit winkte, die nur durch den Trauerflor um jede hiniedige Freude erkauft werden wollte. Des Judentums höchstes Ideal ist ein schon in hiniediger Freudigkeit heiter aufblühendes Leben; nicht in der Trauer, nicht in dem gebeugten Zerknirschtsein, nicht in gebrochenen Geistern und Herzen erblickt es die zu Gott hinaufführende Stimmung; eine schon im hiniedigen Leben mit allen seinen Bürden und Aufgaben und eben durch sie schon hinieden zu gewinnende untrübbare Lebensheiterkeit seine Jünger zu lehren, ist sein letztes Ziel, und es beugt sich auch zu dem spielenden Kinde heiter lächelnd nieder und lehrt es, sein Gott selber freue sich an der Freude der Menschen. Treten wir einigen Grundgedanken dieser Institution vom pädagogischen Gesichtspunkte aus näher, prüfen wir ihre Faßlichkeit für das jugendliche Denkvermögen und den Einfluß ihrer Pflege auf die geistige und sittliche Entwicklung der Jugend. Irren wir nicht, so liegt wohl kein Begriff dem Vorsteilungs- und Gedankenkreise der Seele näher, tritt keiner dem zum Bewußtsein erwachenden Denken früher nahe, als die Vor- Stellung von der Ursächlichkeit, der Kausalität. Das neugeborene Kind, das bereits nach der ersten Stunde seines Hierseins auf Deinen Armen sich dem Lichte zuwendet und, wenn Du es abwendest, durch Drehung seines Köpfchens den Eindruck des Lichtes wieder sucht, hat bereits die Vorstellung einer Ursache in sich aufgenommen, und auf welcher Frühstufe der Morgendämmerung des Bewußtseins auch immer sich bereits von ei- 11er solchen Vorstellung leiten lassen. Es sucht die Mutterbrust als Ursache der Befriedigung seines Nahrungsbedürfnisses und fühlt sich schon beruhigt im Bewußtsein ihrer Gegenwart, und jedes Inventarstück seiner frühesten Pflege gewinnt bald seine