Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- VII (5697) 1936/37
- Issue
- Heft 1-3 (Oktober 1936)
- Date
- 1936-10-01
- Page
- Seite 2 (sequence 4)
- Belongs to
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2 statten dieser künftigen Menschheit in Wirklichkeit streichen wollen. Für die denkenden Freunde der Jugendbildung jeder Richtung kann es nur eine Frage — zeitlicher — Zweckmäßigkeit sein, inwieweit die Pflege des religiösen Momentes einen integrierenden Teil der Schulzwecke an sich zu bilden habe oder der Fürsorge des Hauses und der besonderen konfessionellen Be- Strebungen überwiesen bleiben möge. Für uns und für die Aufgabe, welche diese Blätter sich stellen möchten, ist diese Frage eine im Vorhinein gelöste. Das Judentum, nicht so sehr eine Institution des Glaubens, als eine Institution des Gesetzes, umfaßt zu sehr das ganze Leben in allen Stadien und Radien seiner Entwicklung, als daß der jüdischen Anschauung nicht das ganze Leben als ein vom religiösen Momente getragenes, vom religiösen Geiste durchdrungenes, von religiösen Gedanken geleitetes, von religiösem Hauche Beseeltes sich darstellen, und als daß nicht die ganze Bildungsarbeit, die Ertüchtigung der Jugend für ein solches Leben, von demselben Geiste bewegt sein sollte. Bekennt sich ja auch die Anstalt, zu deren öffentlichen Prüfungen diese Blätter einladen möchten, offen als eine jüdische Unterrichtsanstalt, als eine Anstalt, weleher die Pflege der allgemeinsten humanen Bildung Hand in Hand mit und getragen von der speziell jüdischen Erkenntnis und Bildung zur Aufgabe gestellt ist. Der Versuch aber, auch weiteren Kreisen einen Einblick in die Beziehungen, welche dem speziell jüdischen Elemente für die von uns anzustrebenden allgemeinen menschlichen Bildungszwecke innewohnen, zu vermitteln, möchte nicht als ein apologetisches Plaidoyer pro domo begriffen werden, glaubt vielmehr, rein objektiv, Freunden allgemeiner Jugendbildung einiges Interesse zu bieten, mittelbar vielleicht auch durch Würdigung des pädagogischen Wertes einer besonderen religiösen Institution zu einer gerechten Würdigung des Wertes religiöser Momente für die Bildungszwecke im allgemeinen einigen Beitrag zu liefern. Wemi eine Institution nach ihrem pädagogischen Werte, d. i. nach ihrer Befähigung oder Nichtbefähigung, einen fördernden oder hemmenden Einfluß auf die Geistes- und Charakterbildung einer zu erziehenden Jugend zu üben, erwogen werden soll, so ist es selbstverständlich, daß die Ergebnisse einer solchen Erwägung nichts über den absoluten Wert einer solchen Institution auszusprechen geeignet sein werden. Es kann eine Institution völlig unfruchtbar für pädagogische Zwecke sich erweisen, ja ihnen