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Nahalat tsevi · 1936-07-01 · Heft 10-12 (Juli 1936) · p. Seite 333

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Journal
Nahalat tsevi
Volume
VI (5696) 1935/36
Issue
Heft 10-12 (Juli 1936)
Date
1936-07-01
Page
Seite 333 (sequence 79)
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533 roel und der ganzen Diaspora, deren Einfluß es wohl zu danken ist, daß selbst Mitglieder des aschkenasischen Oberräbbinates bis zur Stunde der Kenesseth Israel nicht angehören. Dies ist keineswegs bloß die Meinung der Agudas Jisroel, auch die misrachistische Wochenschrift ״Hator“ schreibt in einer Betrachtung über Kenesseth Israel und Achduth Israel folgende aufschlußreiche Sätze: ״Die Einheit des Judentums beruht auf der Thora. Sieht das religiöse Gewissen, daß die Religion sich in schmerzvoller Knechtschaft befindet, so zieht es zwangsläufig hier heraus die Konsequenz und befreit sich, wenn auch schweren Herzens, von den Ketten der Einheit des jüdischen Volkes, die von vornherein nur aus der religiösen Einheit Israels und aus der allen Volkesteilen gemeinsamen religiösen Ueberzeugung geschmiedet wurden“. Es möge also Herr Dr. Dienemann, wenn er sich wieder um Auskünfte über die ״Anomalien“ in Erez Jisroel bemüht, weder in der Frankfurter Austrittsorthodoxie noch in der Agudas Jisroel alleine die Quellen suchen, die diese ״Anomalien“ erklären, Herr Dr. Dienemann bezeichnet es als eines seiner schmerzlichsten Erlebnisse, daß die Melodie der Agudas Jisroel auch in Erez Jisroel gepfiffen wird, wie er sich geschmackvoll ausdrückt. Wir empfinden es nicht so •sehr schmerzlich als grotesk und aussichtslos, wenn man versucht, in Erez Jisroel jene Melodie eines Reformjudentums zu pfeifen, deren Text in Deutschland allmählich mehr und mehr von niemandem gekannt und von niemandern anerkannt wird und die nunmehr auf heiligem Boden durch Herrn Dr. Dienemann wieder zu neuem Leben erweckt werden sollte. Es ist sicherlich kein böser Wille, aber doch eine charakteristische Leichtfertigkeit, wenn die Julinummer der Blätter des ״Familienschutz e s“ (Organ des Vereins für Hinterbliebenenfürsorge der Mitglieder jüdischer Gemeinden, Berlin) in einem Leitartikel einen Abschnitt mit der ״Stammeslcunde der Juden“ von Sigmund Feist über die abessinischen Juden abdruckt, wobei nicht nur die längst überholte Mär, als ob eine sogenannte jüdische Volksreligion vor dem baby- Ionischen Exil noch nicht monotheistisch gewesen wäre, wiederholt wird (statt darauf hinzuweisen, daß im Gegensatz zur jüdischen Religion Teile des Volkes Götzendiener waren), sondern auch in dem nämlichen Satz die d e u tsehe Transskription des hebräischen Gottesnamens gebraucht wird. Dieselbe Nummer, die diesen Artikel bringt, enthält eine anerkennenswerte Geißelung des in vielen Gemeinden eingerissenen Mißbrauchs, die Synagogen in sogenannte neue oder freie Lehrhäuser umzuwaiidein. Es liegt also sicherlich keine eindeutige liberale Tendenz bei der Schriftleitung vor, aber es wäre riehtig, wenn sich diese Zeitung bemühen würde, durch sorgsame Durchsicht alles zu vermeiden, was die Gefühle der thoratreuen Mitglieder des Vereins verletzen muß. Ein beachtlicher Aufsatz über die Arbeit Rabbiner S. R. H i r s c h s in Emden findet sich in der C. V.

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