Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- VI (5696) 1935/36
- Issue
- Heft 10-12 (Juli 1936)
- Date
- 1936-07-01
- Page
- Seite 331 (sequence 77)
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33t Gemeinde, in der auch Sünder und Gottesleugner sind, austrete und der Agudas Jisroel, der Separatgemeinde, beitrete. Paß diese Melodie auch in Erez Jisroel gepfiffen wird, ist eines der schmerzliebsten Erlebnisse.“ Wir nehmen an, daß Herr Dr. Dienemann noch ein weiteres schmerzliches Erlebnis zu registrieren haben wird, nämlich, daß man in Erez Jisroel wahrscheinlich jetzt nicht gerade sehr viel Verständnis für seine Sorgen hat und für seine Entrüstung über den sogen. ״Ableger der Frankfurter Austrittsortho doxiec‘. Ja, er wird wahrscheinlich bei seiner Rückkehr nach Deutschland erleben, daß man nicht einmal hier Verständnis dafür haben wird, denn inzwischen hat es sich ja allmählich herumgesprechen, daß das, was in Erez Jisroel fehlt, nicht gerade das Reformjudentum ist. Wie weit aber die Ausführungen des Herrn Dr. Dienemann von der objektiven Wahrheit entfernt sind, dürfte sich an Hand eines ihm gewiß kompetenten Kronzeugen leicht nachweisen lassen, nämlich des Herrn Dr. Dienemann selber. Wemi in Offenbach beispielsweise eine Gemeinschaft von Juden bestünde, die in keiner Weise das leisten, was eine jüdische Gemeinde zu leisten hat, und es würden dann andere Juden zusammentreten, um eine jüdische Gemeinde zu gründen, so wird das wohl niemand als eine Separatgemeinde bezeichnen, da eine andere ja nicht vorhanden ist. Nun schreibt aber Herr Dr. Dienemami wörtlich: ״Es gibt in Jerusalem keine Kehillo in dem Sinne, in dem wir von einer Kehillo sprechen, d. h. es gibt wohl eine, denn die Kenesseth Israel ist seit dem Gesetz über die Religionen die Zusammenfassung aller Juden, soweit sie nicht ausdrücklich aus ihr ausgetreten und also sind alle in Jerusalem wohnenden Juden, wenn sie nicht aus der Kenesseth Israel ausgetreten sind, Glied ihrer Jerusalemer Abteilung und diese stellt also eigentlich die Kehillo dar, aber diese Kehillo erfüllt keine der Aufgaben, die wir als Aufgaben einer jüdischen Gemeinde an- Zusehen gewöhnt sind . . . So grotesk es klingt, das Rabbinat gehört nicht in Selbst- Verständlichkeit zur Kehillo. Wie das alles geworden ist, wer die einzelnen Personen ernannt hat, darüber kann man kaum eine erschöpfende Auskunft erfahren“. Zwei Dinge kann Hrrr Dr. Dienemann nicht begreifen: 1. daß keine Kehillo da ist und auch die Kenesseth Israel, die eine solche sein soll, die Funktionen einer Kehillo nicht vollzieht, 2. daß es Rabbiner und Laien gibt, die dieser Kenesseth Israel nicht angehören, sondern einer ״Separatgemeinde“. Die erste Frage beantwortet die zweite, Wer die Struktur von Kenesseth Israel kennt, wird verstehen, warum der Waad hoasehkenasi — welche älter ist als Kenesseth Israel — als selbständige Gemeinde bleiben mußte. Kenesseth Israel ist zwar von der Regierung als jüdische Religionsgesellschaft gedacht wor-