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Nahalat tsevi · 1936-07-01 · Heft 10-12 (Juli 1936) · p. Seite 298

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Journal
Nahalat tsevi
Volume
VI (5696) 1935/36
Issue
Heft 10-12 (Juli 1936)
Date
1936-07-01
Page
Seite 298 (sequence 44)
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rM Die Vertreibung der Juden aus Wien i. J. 1670 hat wiederum viele Familien nach Mähren, bezw. Nikolsburg gebracht. Durch dielen Zuzug aus den verfchiedenfien Gegenden war Nikolsburg der Sammelpunkt eines hochftehenden Gelehrtenkreifes geworden, und feine Rabbinen waren die bekannteften Perfönlichkeiten der afchkenafifchen Judenheit. Wir erwähnen hier u. a.: R. Liwa b. Bezalel, fpäter Rabbiner zu Prag, unter dem Namen ״der hohe R. Lob״ der ganzen Welt bekannt. Ferner der בעל תוספות יום טוב R. Lippmann Heller, der Verfaffer der שרת צמח צדק R. Menachem Mendel Krochmal. Zur Zeit, als R. David Oppenheim nach Nikolsbürg berufen wurde, befand fich die Gemeinde auf dem Höhepunkt ihrer Bedeutung. Es ift daher mit Sicherheit anzunehmen, daß fie in R. David O. eine Perfönlichkeit zu ihrem Oberhaupte erkoren hat, durch die der Ruf und die Bedeutung des Rabbinates auch weiterhin gewahrt bleiben konnte. Es ift jedoch möglich, daß ein anderer Umftand bei feiner Wahl nicht ohne Einfluß gewefen ift. Man war in jener Zeit mehr als je auf שתדלנות, auf gute Beziehungen zum Hofe und zu den Machthabern im Staate angewiefen. Es war die Zeit der גרושים, ein גרוש folgte auf den anderen und man fühlte fich nirgends ficher. In Wien wurde die bis dahin blühende Gemeinde durch die Vertreibung 1670 zugrunde gerichtet. Dasfelbe Schickfal follte nicht lange danach i. J. 1689 die Gemeinde Worms וירמש הבירה teilen, und man wußte nicht מה יולד יום. Unter diefen Umftänden fuchte man Männer zur Bekleidung der wichtigften Ämter in den Gemeinden, die durch ihren Reichtum und durch ihren Einfluh (Reichtum gab eben diefen Einfluß) auf die Hofkreife das Schickfal der jüdifchen Gemeinden einigermaßen erträglicher geftalten konnten. So können wir es auch verliehen, wenn der gleichfalls lehr gelehrte R. Samfon Wertheimer zum Oberrabbiner von Eifenftadt und von ganz Ungarn gewählt wurde. Trotz feiner gefchäftlichen Tätigkeit führte er den Titel eines Rabbiners. ומצודתו פרוסה על א״ש ומדינת הגר; fo unierfchreibt er feinen Namen in verfchiedenen von ihm erteilten Approbationen. Diefes Moment mag auch bei der Wahl von R. David O. miigewirkt haben, und infofern mag auch hierbei die Verwandtfchaft mit Samuel Oppenheimer miibeftimmend gewefen fein. Die neueren Hiftoriker nehmen an, daß R. David O., ähnlich wie R. S. Wertheimer, neben der Leitung des Landrabbinates auch gefchäftlichen Unternehmungen nicht ferne geftanden habe. Sie weifen befonders auf die vielen Reifen hin, die ihn häufig fern von feinem Wirkungskreife gehalten haben.

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