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Nahalat tsevi · 1936-07-01 · Heft 10-12 (Juli 1936) · p. Seite 297

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Journal
Nahalat tsevi
Volume
VI (5696) 1935/36
Issue
Heft 10-12 (Juli 1936)
Date
1936-07-01
Page
Seite 297 (sequence 43)
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1702 nach Prag, der damals bedeutendsten Gemeinde berufen wqrden iß. R. David Oppenheim wurde im Jahre 1664 in Worms als Sohn des gelehrten R. Abraham O., des Parnes der Gemeinde, geboren. Aus einer Familie von großen תלמידי חכמים flammend (auch der berühmte Verfaffer der שדת חות יאיר, R. Jair Chaim Bachradi gehörte zu feinem engßen Familienkreife), wurde er von früheßer Jugend dem Studium der Thora zugeführt. Er genoß feine Ausbildung an verfchiedenen ישיבות. In der Hauptfache lernte er bei R. Wolf Epftein in Friedberg und bei R. Gerfon Ulif Afchkenafi, dem Verfaffer der שדת עבודת הגרשוני. Seine hohen Geiftesgaben haben ihm in jungen Jahren fchon den Namen eines bedeutenden Gelehrten erworben. Der gute Name, der ihm voranging, wie auch feine Abftammung von einer der erßen Patrizierfamilien Deutschlands haben zu feiner!ehelichen Verbindung mit einer in jener Zeit rühmlich bekannten Familie geführt. Er wurde im Alter von 17 Jahren der Schwiegerfohn von Leffmann Behrens (Eliezer Liepmann Cohn) in Hannover. Durch diefe Heirat war es ihm ermöglicht, in den erßen 10 Jahren nach feiner Verheiratung emfig und forgenfrei dem Lernen obzuliegen, ohne dazu genötigt zu fein, fchon in jungen Jahren die fchweren Bürden eines Rabbinates auf lieh nehmen zu müffen. Die Früchte diefes forgenfreien und intenfiven Lernens find auch nicht ausgeblieben. In verhältnismäßig jungen Jahren hatte er fich den wohlverdienten Namen eines bedeutenden Gelehrten erworben, und |fo kam es, daß er im Alter von 26 Jahren zur Leitung eines der bedeutendßen Rabbinate berufen worden iß. (S. H. Lieben, David Oppenheim im Jahrbuch J. L. G. wie auch Dufchinsky in feinem תולדות רד״א befaffen lieh mit der Frage, ob bei feiner Berufung nach Nikolsburg wohl auch die Protektion feines Onkels R. Samuel Oppenheimer in Wien, der dort als Hoffaktor in hohem Anfehen ßand, eine maßgebende Rolle gefpielt habe. Beide lehnen diefe Verfion mit dem Hinweis ab, daß in einer Gemeinde, wie es Nikolsburg in jener Zeit gewefen iß, diefer Umftand unmöglich entscheidend fein konnte). Das kleine mährifche Städtchen Nikolsburg war im 17. Jahrhundert zu einer עיר מלאה חכמים ופופרים geworden, wozu allerdings die allzu traurigen Zeitumftände beigetragen haben. Die polnifchukrainifchen Judenverfolgungen haben um die Mitte des Jahrhunderts eine große Anzahl von Flüchtlingen nach Mähren gebracht. Unter ihnen befand lieh eine Anzahl von bedeutenden תלמידי חכמים.

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