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Nahalat tsevi · 1936-07-01 · Heft 10-12 (Juli 1936) · p. Seite 293

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Journal
Nahalat tsevi
Volume
VI (5696) 1935/36
Issue
Heft 10-12 (Juli 1936)
Date
1936-07-01
Page
Seite 293 (sequence 39)
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Preisgabe einer selbständigen Wirtschaftspolitik zu vermeiden ist, aber auf die Dauer sich damit nicht abzufinden vermag, von der Histadruth ins Schlepptau genommen zu werden. Er wird danach trachten, sich wirtschaftliche Institute und Instrumente zu schaffen, und er wird hierzu die Hilfe der Gola in Anspruch nehmen, deren Interesse, sofern sie nur irgendwie die Bedeutung des thoratreuen Poel im Lande begreift, er in umso höherem Grade gewinnen .wird, je überraschender und neuartiger die Einigung ist, auf die er sich zu berufen vermag. Diese Einigung, streng beschränkt zwar auf das genau festgelegte Gebiet, würde im Lande selber, wenn sie zustande kommt und glückt, als eine befreiende Tat zu werten sein. Unsäglich leidet die Thora im Lande unter der fürchterlichen Zersplitterung ihrer Bekenner. Nicht zuletzt der Kräftekonzentration verdankt die Histadruth ihren Erfolg. Einzig die Thoratreuen haben bis jetzt die Macht der Organisation, die in diesem Lande noch mehr bedeutet als irgendwo sonst, nicht zu nutzen vermocht. Im tiefsten Grunde stehen sie im Ruche der — Unfähigkeit. Gelingt es, aus den zahlenmäßig keineswegs geringen thoratreuen Arbeitern eine leistungsfähige Arbeits- und Wirtschaftsorgan!- sation zu gestalten, so wäre der Bann gebrochen. Die Zersplitterung ist gewiß nicht das Ergebnis bösen Willens oder schlechten Verstehens. Der Riß zwischen den Thoratreuen, sofern er auf der Verschiedenheit der Gewissensforderung beruht, ist nicht aus der Welt zu schaffen, solange diese Verschiedenheit besteht. Daß er aber auf das notwendigste Maß zu beschränken ist, sollte ernstlich nicht zu bestreiten sein. Muß er, darf er im Heiligen Lande, wo Juden einen Wirtschaftsbau errichten, auch in der Wirtschaft bestehen? Dies ist die Frage. Es ist für den Agudisten der Gola ungemein bequem, die Frage, nicht ohne Entwicklung entsprechender Entrüstung, ohne weiteres Zaudern zu bejahen; ungemein bequem, mit warnend erhobenem Zeigefinger im thoratreuen Poel des Landes den ersten Schritt zur Verwischung der Grenzen zwischen Aguda und Misrachi, einen wesentlichen Auftrieb zur weiteren Verwirrung der ohnedies nicht immer klaren Geister der Menge zu diagnostizieren. Ich halte diese Diagnose für falsch. Zunächst und vor allem soll ja die agudistische Poalim- Organisation nicht zugunsten der thoratreuen etwa abdanken. Die eigentliche Kraft der Aguda liegt nun einmal auf dem Gebiete

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