Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- VI (5696) 1935/36
- Issue
- Heft 10-12 (Juli 1936)
- Date
- 1936-07-01
- Page
- Seite 285 (sequence 31)
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\ \ m bezeichnet. Audi viele aus unserem Kreise glauben und vertreten in aller Öffentlichkeit die Meinung, er hätte ״neue Wege״ befchritten, und glauben ihn gewissermaßen enifchuldigen zu müssen, es wäre eine הוראת שעה gewesen. Das ist eine Verunglimpfung eines unserer Größten, wenn auch eine solche in unseren Kreisen gewiß nicht beabsichtigt ist. Er war ein מחזיר עטרה ליושנה, er hat den Glanz der Krone des alten Judentums wieder hergestellt, er hat gezeigt, wie das echte, wahre alte Judentum ausgesehen hat und wie es namentlich von seinem Schöpfer gedacht ist. Nur ist altes Judentum nicht identifch mit Gheitojudentum fchlechthin. Im Ghetto konnte sich das Judentum nicht ausleben, Daß das Judentum im dunklen Mittelalter mit der Kultur der anderen Menfchheit nichts zu tun hatte, lag nicht daran, daß das Judentum kulturfeindlich ist, oder etwa gar daran, daß das Judentum von der wahren Kultur und der wahren Wissenfchaft etwas für sich zu befürchten hätte, sondern einfach daran, weil man die Juden hermelifch von der Außenwelt abfchloß. Es ist für mich eine Binsenwahrheit, daß Gott, der ein עם חכם ונבון fchuf, sicherlich, wenn er sein ורפא ירפא gesprochen, שניתן רשות לרופא לרפאות nicht ausfchließlich an einen n i ch t jüdifchen Arzt gedacht haben kann, daß wenn er spricht: ״ כי תבנה בית חדשwenn Du Dir ein neues Haus bauen willst", er nicht voraussetzt, daß der Architekt gerade ein Nichtjude sein müsse. Man kann aber nicht Arzt, Apotheker oder Architekt sein, ohne Naturwissenschaft, Chemie und Mathematik zu studieren. In den finstersten Jahrhunderten des Mittelalters war das Judentum von dem kulturell-wissenfchaftlichen Leben der Mitwelt abgefchnilten, als aber die Möglichkeit sich zeigte, an ihr teilzunehmen, da war es für die Großen dieser Zeit, Rabbiner Hirfch, Hildesheimer, eine Selbstverständlichkeit, daß nun der alte Glanz der Thorakrone hergestellt, daß ihr Thron wieder errichtet werden müsse und um diesen Thron sich alle Wissenfchaften dienend Scharen müssen. Ein Volk, dessen Weisen es beim Anblick eines nichtjüdifchen Weisen die ברכה שנתן מחכמתו לבשר ודם sprechen lassen, die in allem Ernst gesagt haben יפיפותו של יפת באהלי שם erkennt in allem Wissen, ״was den Menfchengeisl erleuchtet, was der Stimme der Wahrheit den Weg zur Brust der Sterblichen bahnt, was das Gemüt des MenSchen empfänglich macht für das Schöne" einen Abglanz der Gottesherrlichkeit auf Erden; ״und was den Menfchen weiser, was den Menfchen besser, was den Menfchen wahrhaft glücklicher macht, das kommt von חכמתו, von Seiner Weisheit. Ein Abglanz Seiner Weisheit strahlt in des Sterblichen Weisheit, ein Nachhall