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Nahalat tsevi · 1936-07-01 · Heft 10-12 (Juli 1936) · p. Seite 278

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Journal
Nahalat tsevi
Volume
VI (5696) 1935/36
Issue
Heft 10-12 (Juli 1936)
Date
1936-07-01
Page
Seite 278 (sequence 24)
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zwangsläufig herbeiführt. So wollen wir unsere Toten ehren! ״ ונקתי דמם לא נקתי וד, שוכן בציוןUnd wenn ich auch vieles verziehen, ihr Blut verzeihe ich nicht, bis Gott wieder in Zion thront". Die Grabhügel der neuen Märtyrer müssen zum Schemel des Gottesthrones auf Zions heiligem Berge werden, dann sind sie nicht umsonst gestorben. — M. V.! Es ist uralte jüdifche Sitte, daß man von den Toten zu den Lebenden sieb wendet. Schon Abraham wendet sich von seinen Toten hinweg und spricht zu den Söhnen des Landes. So wollen auch wir uns unserem Thema zuwenden, das uns über das Suchen von ״neuen Wegen" unterrichten soll, das immer einzusetzen pflegte, wenn in dem wechselvollen Gefchidce des jüdifchen Volkes eine radikale Änderung eintrat. Ich könnte dieses Streben und Suchen in den frühesten Jahrhunderten unseres Golusfchicksals aufzeigen, und dies ist sicherlich nichts Auffallendes, denn unserem Volke ward in seinem Golusgefchick eine Aufgabe gestellt, wie sie kein Volk auf Erden erhalten hat. War es fchon ein Wunder, daß Gott ein גוי מקרב גוי erlöste, dab wir uns als eine nationale Einheit in einem fremden Volkskörper während einiger Jahrhunderte erhalten konnten, wo wir doch in einem Lande waren, so ist es sicherlich eines der größten gefchichtlichen Wunder, dab wir seit Jahrtausenden als גוי בקרב גויס, als nationale Einheit inmitten einer Vielheit von Völkern leben, ״deren Brot wir nicht essen sollen und deren Wein wir nicht trinken dürfen", von denen uns eine ganze Welt Ccheidet, und es ist daher sehr verständlich, dab das Problem, wie das Leben in der Fremde gestaltet werden sollte, nach immer neuen Lösungen drängte. Das Verhältnis zwifchen den Völkern und uns war nicht immer gleichmäßig, und wir mußten uns den wechselnden Strömungen, die bei unseren Wirtsvölkern auftraten, jeweilig anzupassen suchen. Ich möchte aber nicht in die graue Vorzeit zurückgreifen, aus der uns ja doch nur unklare Kunde geworden ist, sondern mich an die nahe Vergangenheit halten, die wir besser kennen, deren Auswirkungen wir noch heute beobachten können, die zujn Teil auch unser gegenwärtiges Leben beeinflußt und berufen ist, auch unsere Zukunft mitbestimmend zu gestalten. Eine solche radikale Wendung in dem Schicksal des jüdifchen Volkes bedeutete die Emanzipation der Juden, die Zeit, in der die Ghettomauern fielen und wir als gleichberechtigte Bürger an dem Leben der Wirtsvölker teilnehmen konnten. Es ist klar, daß hier ״neue Wege" gesucht werden mußten, um die Formen des Zusammenlebens auf neue Grund-

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