Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- VI (5696) 1935/36
- Issue
- Heft 10-12 (Juli 1936)
- Date
- 1936-07-01
- Page
- Seite 277 (sequence 23)
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Wir wollen hier zu dem Schulproblem im Schatten der Weftmauer nicht Stellung• nehmen. Aber es wäre gut, wenn zunächft einmal die Berufsvorbereitung, fo unentbehrlich Ge an und für Geh ift, etwas in den Hintergrund träte. Man möge doch in all den Aufbauforgen einmal auch den Verfuch machen, zweckbefreite, jüdifch freudige Kulturmenfchen aufzubauen. Es könnte dort und in der Gola untere Jugend jetzt ein ver facrum, ein heiliger Frühling werden. Will man aber zu irgend einem Zeitpunkt wiffen, ob das Experiment gelungen ift, fo wäre dazu folgendes zu tagen. Bekanntlich iß am 9. Av das ״Lernen״, das forfchende Lernen der Thora verboten. Dem Menfchen, ob erwachten oder Kind, weleher diefe Vorfchriß verßeht und Ge als ein wirkliches Zeichen der Trauer empßndet, der hat die Quelle der wahren Freude entdeckt. P.K. Die ״neuen Wege״. Vortrag, gehalten im Siwan 5696 von Rabbiner Dr. Hermann K1 e i n - Berlin. M. v. Zuhörer! Es wäre unnatürlich, wenn wir in Anbetracht der Nachrichten, die aus unserer alten Heimat zu uns dringen, nicht in erster Reihe ein Wort des tiefgefühlten Schmerzes für die Opfer einer fanatifchen Hetze sprechen würden, die mit ihrem Blute aufs neue den ewigen Bund zwilchen uns und unserem Lande besiegelt haben. Blut ist ein fester Kitt, und nur so ist es zu verstehen, daß das Band zwifchen uns und unserer alten Heimat niemals reißen konnte. Ein jedes Stückchen Erde in Erez Jißroel ist getränkt von dem Blute jüdifcher Märtyrer und darum heilig für die Enkel und Brüder dieser Helden, die ihre Treue zur Heimat mit ihrem Blute besiegelten. Auf jedem Weg und Steg hört man . ״die Stimme des vergossenen Blutes der Brüder, die zu einem emporfchreit aus der Erde״ und mit nicht zu überbietender Eindringlichkeit mahnt, daß wir endlich uns und mit uns den mit einem Meere von jüdifchem Blut gedüngten Boden der alten Heimat erlösen sollen. Die Stimme erhielt Verstärkung durch die jüngsten Opfer, und, meine Verehrten, lassen wir die Stimmen nicht ungehört verhallen. Feierlich wollen wir geloben, ihrer Mahnung Gehör zu fchenken und mit erhöhtem Ernst und Eifer nach unserer inneren Erlösung streben, die unsere äußere Erlösung