Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- VI (5696) 1935/36
- Issue
- Heft 10-12 (Juli 1936)
- Date
- 1936-07-01
- Page
- Seite 274 (sequence 20)
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274 ohne Ausnahme am Herzen, und wo wäre der in dieser großen und ansehnlichen Versammlung, der sich nicht freudig und willig unseren Bestrebungen anschließen möchte, die jenem edelsten und lautersten Ziele gelten\u Die Gegnerschaft, die Rabbiner Dr. Breuer זצ״ל oft auch im Kreise der Gesinnungsgenossen fand, die Verständnislosigkeit und Kälte schmerzten ihn, ließen ihn aber in seinem heiligen Willen nicht irre werden, denn er vertraute der sieghaften Kraft der Wahrheit. Diese Wahrheit wird sich immer mehr und mehr durchsetzen, getragen von denen, die sich verpflichtet fühlen, sein Erbe zu verwirklichen und immer mehr und mehr dadurch zu bewahrheiten: «זכר צדיק לברכד Eine Freudenbotfchaff der drei Wochen. Man forgt heutzutage fo viel um Ziel der Erziehung jüdifcher Kinderfeelen. Mit Recht; denn noch iß nicht geklärt, was man ihnen als Inhalt der ״jüdifchen Kultur״ bieten toll. Die Eindeutigkeit diefes Begriffes, welche früher felbftverfländlich war, iß im Strome der Emanzipationszeit verloren gegangen, wie es fcheint, unwiederbringlich. Wir wollen gar nicht von all den Surrogaten fprechen, welche auf rein jüdifch-nationaliftifcher Grundlage versucht werden, und wir wollen gerne zugeßehen, daß auch diefe der zarten Kinderfeele manches zu bieten haben. Beherrfchung der Sprache, noch dazu in der romantifchen fephardifchen Ausfprache, verleiht dem Kinde Selbßbewußtfein, frohes Singen gewährt ihm Freude und befreit es von der Zweckhaßigkeif. Allein auch im Lager der Orthodoxie ringt man, lelbß im heiligen Lande. Da ßrömt es im Herzen und in den Äugen der Kinder, Europas und des Orients Traditionen prallen aufeinander, Berufsvorbereitung und Thoraeinfeitigkeit (im beflen Sinne) verurfachen Gegenfätzlichkeiten. Das Ziel müßte natürlich fein, daß man lieh für alle Lebens- Probleme, für alle Weltanfchauungsdinge an der Thora orientieren kann. Die jüdifche Seele verlangt danach, das iß ihr Glücksiraum für fich und die Welt. Wohl kann er verfchüttet werden, verfchwinden wird er nie. Das iß der wunderbare Optimismus des fonß fo ernßen Propheten Jirmejahu, wenn er (II. 13) davon fpricht, wie doch diefe jüdifche Seele immer wieder zu anderen