Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- VI (5696) 1935/36
- Issue
- Heft 10-12 (Juli 1936)
- Date
- 1936-07-01
- Page
- Seite 272 (sequence 18)
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מג von dem seinigen grundsätzlich verschiedenen Boden stehen, wollte er in rein religiöser Be־ ziehung keine gemeinsame Sache machen. Das konnte und durfte er nicht. Von diesem Prinzip ausgehend, hatte er unter Mitwirkung gleichgesinnter Freunde Jahre vorher seine Mustergemeinde, die Israelitische Religionsgesellschaft zu Frankfurt am Main gegründet, hat er auch die ״Freie Vereinigung“ geschaffen. Daß er mit diesem seinem Prinzip nicht allein stand, braucht nicht erst hervorgehoben zu werden. Kein geringerer als der Rabbiner Dr. Esriel Hildsheimer s. A. hat mit dem ganzen Einsatz seiner gottbegnadeten Kraft für das gleiche Prinzip erfolgreich gekämpft. An diesem Prinzip ihres großen Begründers hat die ״Freie Vereinigung“ bis jetzt unerschütterlich festgehalten und an ihm muß sie mit zäher Ausdauer weiter festhalten, will sie sich nicht den Boden unter den Füßen entziehen. Dieser Tatsache ist es wohl zuzuschreiben, daß zu unserem tiefsten Bedauern ein beträchtlicher Teil unserer Brüder, die in ihrer religiösen Lebensführung mit Leib und Seele zu uns gehören, der ״Freien Vereinigung“ fern geblieben sind. Dieses Fernbleiben ist von den Gegnern unserer Vereinigung weidlich ausgebeutet worden, wahrlich nicht zum Nutzen unserer gemeinsamen, heiligen Sache. Die Orthodoxen, so hieß es, so heißt es, sind ja unter sich selbst nicht einig, ein heftiger Meinungsstreit trennt sie voneinander. Allein man vergaß, daß diese Orthodoxen nur in einem Punkte, in einem Punkte taktisch-politischer Natur, der, wie zugestanden werden muß, allerdings von einschneidender prinzipieller Bedeutung ist, nicht der gleichen Anschauung sind, daß sie aber ihrem innersten Wesen nach, mit ihrem ganzen Denken, Fühlen und Wollen einig sind und allesamt dem einen hohen Ziele, der Erhaltung des Thoragesetzes und seiner Verwirklichung im Leben, mit jedem Fünkchen ihrer Tatkraft und mit jedem Splitter ihrer Habe unentwegt zustreben.*) *) Es war eine offenkundige Entstellung, als viele Jahre später Rabbiner Breuer nachgesagt wurde, er habe in dieser Rede den Gegensatz zwischen der sogen. ״Austrittsorthodoxie“ und ״Gemeindeorthodoxie“ nur als einen ״politisch-taktischen“ bezeichnet. Dieser Gegensatz ist, wie Rabb. Breuer ausdrücklich im Eingang dieser Rede erklärt, religiöser Natur. Hier, sowie in den folgenden Ausführungen dachte Redner natürlich