Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- VI (5696) 1935/36
- Issue
- Heft 10-12 (Juli 1936)
- Date
- 1936-07-01
- Page
- Seite 259 (sequence 5)
- Belongs to
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259 wäre, wie es unser heimgegangener Raw gewesen ist. Lassen Sie mich die Frage auf werfen: Was war das für ein Erbe, das er vor 36 Jahren hier vorfand, und worin bestand die Mehrung, die er ihm brachte? Der heutigen Generation der Adaß Jeschurun fällt es schwer, schon rein stimmungsgemäß, in die Zeit vor 36 Jahren sich zurückzuversetzen. Die Entwicklung der Adaß Jeschurun zu einer Großgemeinde stand damals noch bevor. Umso tiefer und per־ sönlicher wurde der Zusammenhang mit der Zeit ihrer Grün־ düng empfunden. Von den אחד עשר ברכים אשר לא כרעו לבעל von jenen 11 Männern, die ein Menschenalter zuvor, einer mächtigen Zeitströmung zum Trotz, den Grundstein der Adaß Jeschurun gelegt hatten, war damals noch mancher am Leben. Und noch so viele andere weilten damals noch unter den Lebenden, ohne die man sich die Adaß Jeschurun gar nicht denken konnte, für die es nichts Höheres und Heiligeres gab als ihre קהלה der sie zugetan waren בכל לבבם ובכל נפשם ובכל מאודם. Wer unter uns, der sich dieser Männer noch erinnern kann, wird ihrer nicht in Rührung gedenken! Ueber ihrem ehrwürdig greisen Haupte schwebte der Glorienschein einer heroischen Zeit. Ehrfürchtig schaute die Jugend zu ihnen empor. Das waren ja die Männer, die zu einer Zeit, als aus Frankfurt die תורה geschwunden war, für diese תורה auf neuem Grunde ein מקדש מעט errichtet hatten. Und ihr geistiger Führer war einst jener große Mann, der תייר הגדול שהיה תר להם את הדרך jener große Wegweiser, der mit dem ganzen Zauber seines Wesens noch lebendig in den Geistern und Gemütern lebte. Er war’s, jener ספרא רבא דישראל, der schon in jungen Jahren in Schriften voll zündender Werbekraft, in Schriften, die sich heute noch lesen, als wären sie gestern ge־ schrieben worden, sein מי לד אלי in das deutsche Judentum hinaus־ gerufen hatte. Er war’s, der, in den Spuren der Großen unseres Volkes wandelnd, die Bewährung unserer alten תורה im Strome der Welt als eine Existenzfrage des Judentums begriffen und aus der tiefen Ueberzeugung von der Ewigkeit der einen göttliehen Wahrheit heraus die Verbindung von תורה עם דרך ארץ als die wichtigste Forderung des Tages verkündet hatte. Und seinem Ruf waren gefolgt alle, die durch ihn mit Vertrauen erfüllt wurden auf die Zukunft der תורה in Deutschland. Frank־ furt mit seinem Häuflein יראים leuchtete ihnen allen voran. Hier erstand dank dem historisch gewordenen Opferwillen seiner Mit־ glieder ein blühendes Gemeinwesen mit allen Einrichtungen einer