Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- VI (5696) 1935/36
- Issue
- Heft 7-9 (April 1936)
- Date
- 1936-04-01
- Page
- Seite 255 (sequence 65)
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255 weise zu dem Resultate, aber auch nur zu diesem allein, kommen könnte: Mein Wort hätten Sie, und mein Wort sei und bleibe mir heilig. Wenn jedoch dem hiesigen Oberlandesrabbinate in der That eine solche Stellung eröffnet werden würde, daß es sich wirklich für das religiöse Heil der Gemeinden nützlich bethäti־ gen könne, und wenn dann Ihre geehrte Gesellschaft zu der freien Ueberzeugung veranlaßt werden würde, daß auch Sie es rein als ,מצוד erkennen würden, mich meinem hiesigen Berufe zu überlassen und mir zu diesem Behufe aus freiem, Entschlüsse mein Wort wieder zurückzustellen, dann werde auch ich wohl als heilige Pflicht erachten dürfen, im hiesigen Amte zu verhar־ ren und meine besten Kräfte zur Lösung einer so großen, mir so vertrauensvoll wiederholt übertragenen Aufgabe zu weihen. Sofort, ob ich gleich selbst dieses Resultat noch nicht positiv geäußert, sondern mir als möglich zugegeben, schritten die Vertreter der Gemeinden in seltener Einmüthigkeit zur Verwirklichung ihrer Verheißung, beschlossen mit den großartig־ steil Opfern die Ablösung des Oberlandesrabbinates von dem Lokalrabbinate, seine Verlegung als selbständiges Amt in die Mitte des Landes, an den Sitz der Regierung, die Ueberweisung eines die heiligsten Interessen umfassenden Verwaltungsressorts und die ersten Mittel zur Begründung einer Bildungsanstalt für jüdische Lehrer und Rabbiner; erbaten sich nur eine Frist von einigen Wochen, um zu allem dem die Zustimmung ihrer Committenten und die Genehmigung der Regierung zu erwirken, um sodann zu Ihnen, hochgeehrte Herren, hinzutreten, um aus Ihrem Munde die Entscheidung einzuholen. Dies ist die augenblickliche Lage der Sache. Ob die Realisierung alles obigen ermöglicht werden wird, steht dahin, und wie Sie sodann entscheiden werden, darauf darf ich meinerseits nicht influiren wollen. Inzwischen hielt ich mich verpflichtet, Ihnen die vorläufige Kunde von allem diesem nicht vorzuenthaiten. Von Ihrer ge־ läuterten Einsicht und Ihrem nur dem Guten und Wahren zugewandten Streben darf ich wohl sicherlich keine Mißdeutung befürchten, und habe zu dem ewigen Lenker unserer Geschicke nur das eine Gebet, daß Er also über meine Zukunft beschließen möge, wie Er es meinen geringen Kräften und dem allsei־ tigen Heile am entsprechendsten finde.