Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- VI (5696) 1935/36
- Issue
- Heft 7-9 (April 1936)
- Date
- 1936-04-01
- Page
- Seite 254 (sequence 64)
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254 entgegensehen, sie und, wie sie bereits die Versicherung hätten, die h. Regierung sofort bereit wären, alle bisherigen Hemmnisse aus dem Wege zu räumen und mir ein Feld der Wirksamkeit zu eröffnen, in welchem ich in so weitem Kreise für die heiligsten Interessen thätig sein könne. Sie wüßten wohl, mein Wort müsse mir heilig sein, und ich meinen, Ihnen gegenüber eingegangenen Verpflichtungen getreu bleiben. Allein das sollte ich nur ihnen überlassen. Ich möge ihnen nur kurze Zeit zur Realisierung der nothwendigen Umgestaltung meines amtlichen Verhältnisses gönnen, dann würden sie mit offener Darlegung der Verhältnisse zu Ihnen, hochgeehrte Herren, bittend hintreten, und hielten sie sich überzeugt, eben um des heiligen Prinzipes willen, das Ihre Gesellschaft begründet, und wegen der gottgefälligen Gesinnungen, die Sie beseelen, würden Sie den Bitten von mehr als 50 000 Seelen um freiwillige Entbindüng von meinem Worte die Willfahrung nicht versagen, von der sie die Erhaltung unserer gemeinsamen heiligsten Güter für sich und ihre Kindeskinder erhoffen. Die Schilderung meiner Gefühle und meines Seelenkampfes wollen Sie mir erlassen. Hatte ich Ihnen doch ganz frei und unter Umständen mein Wort gegeben, unter welchen ich nach dem ganzen Zuge meines Innern gar nicht anders als Ihrem Rufe zu folgen mich entschließen konnte; erwartete mich doch in Ihrem Kreise die schöne Aufgabe, auf einem den Strömungen der Zeit bereits abgerungenen Boden ungehemmt und ungehindert die reine Idee eines geistig erleuchteten gesetzestreuen jüdischen Gemeindelebens zu verwirklichen. Andererseits standen 52 Gemeinden, standen 50 bis 60 000 jüdische Seelen, die nun einmal, freilich in zu weiter Ueber- Schätzung meiner geringen Persönlichkeit, ihre Hoffnung in mich gesetzt, und ihre Gesinnungen in einer solchen Weise bekundeten, daß diese, wenn die äußern bisherigen Hemmnisse meinem Werken genommen, den besten Gottessegen auf einem, freilich den redlichen Schweiß einer großen Mühe und Arbeit bedingenden, aber eben darum nur um so verdienstlicheren Felde rastloser Thätigkeit für die Erhaltung und Veredlung unserer heiligen Institutionen in weitem Kreise versprachen, und die mir alles dies als bedrohet, ja vernichtet durch meinen Abgang nachwiesen. Nach langem innern Kampfe sah ich, daß ich möglicher-