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Nahalat tsevi · 1936-04-01 · Heft 7-9 (April 1936) · p. Seite 253

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Nahalat tsevi
Volume
VI (5696) 1935/36
Issue
Heft 7-9 (April 1936)
Date
1936-04-01
Page
Seite 253 (sequence 63)
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25S rabbinat betreffenden Verhältnisse wiesen mir eine Stellung an, daß ich nichts für die Verbesserung und Hebung der Schulen, nichts für die Veredlung und Reglung der religiösen Institute so vieler Gemeinden schaffen und wirken konnte und ließen diese Verantwortung um so drückender auf meinem Bewußtsein lasten, je verbesserungsbedürftiger alle diese Institutionen in der That waren und je mehr die durch die politischen Ereignisse in ihren Grundfesten erschütterten Gemeindeverhältnisse zu schnellem, rettendem Eingreifen aufforderten. Vergebens hatte ich im Vereine höchst ehrenwerther Männer auf Anbahnung einer Bessergestaltung hingearbeitet. Es blieb Alles dem Ungefähr und der sicherungslosen Zukunft anheim gegeben, und drohete uns noch zuletzt der eigentliche Boden unserer Hoffnungen entrissen zu werden. In diesem Zustande des peinlichsten Bewußtseins erhielt ich den vertrauensvollen Ruf Ihrer geehrten Gesellschaft. Mußte ich Ihre Gründung schon an sich als seit vielen Decenien das erste heitere eine bessere Zukunft in Israel verkündende Ereignis freudig begrüßen, so mußte ich in Ihrem Vertrauen die Gottesstimme erkennen, die mich zur Uebung meiner geringen Kräfte in einen numerisch zwar kleinen, jedoch seiner Bedeutung nach die schönsten Hoffnungen unserer Zukunft in seinem Schoße tragenden Kreis, rief, und dies um so mehr, je mehr ich die Prinzipien Ihrer Gesellschaft im innigsten Einklänge mit Allem erkennen durfte, was seit zwanzig Jahren der Inhalt meiner geringen Bestrebungen im jüdischen Kreise gewesen. Sie riefen, und ich sagte willig und freudig ״ja“. Was ich aber nicht erwartet und auch nach meinen bisherigen geringen Leistungen für das Wohl der mir anvertrauten Gemeinden gar nicht zu erwarten berechtigt gewesen, war, daß, kaum ich, wie Ihnen bekannt, unterm 4. May mein Gesuch um Entlassung bei der h. Regierung eingereicht, bereits auf die davon erhaltene Kunde, am 13. May die sämmtlichen Vertreter aller mir an vertrauten 52 Gemeinden herbeieilten und mit einer meine geringen Fähigkeiten und Leistungen weit überschätzenden, mich — wie Sie leicht denken können, tief erschütternden Anhänglichkeit mich einmüthig beschworen, sie nicht zu verlassen, mir in ihren Zuständen nachwiesen, wie ungeachtet aller bisherigen Hemmnisse mein Hiersein nicht ohne Segen für sie geblieben, sie durch mein Fortgehen dem trübsten Verfälle und der Vernichtung aller ihrer Hoffnung für eine Bessergesaltung

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