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Nahalat tsevi · 1936-04-01 · Heft 7-9 (April 1936) · p. Seite 239

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Nahalat tsevi
Volume
VI (5696) 1935/36
Issue
Heft 7-9 (April 1936)
Date
1936-04-01
Page
Seite 239 (sequence 49)
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259 tracht zu lassen. In einer Zeit, in der die Zukunft der Kehilla bedingt ist von der unerschütterlichen Ueberzeugung ihrer Mitglicder. daß die religionsgesetzliche Entscheidung der heimgegangenen Führer betreffend des Verhältnisses der Kehilla zur Reformgemeinde keine erneute Ueberprüfung duldet, von der man in gewissen Kreisen immer wieder gerne sprechen hört, sollte alles vermieden werden, was einer gewissenlosen Propaganda. die auf Unwissenheit und oberflächliche Leichtgläubigkeit spekuliert, Vorschub leistet. Es könnte die Stunde kommen, wo die Berufung auf die Autorität der heimgegangenen Großen den Kampf um die unversehrte Erhaltung der Kehilla wirksam unterstützen müßte. Da wäre es von unerläßlicher Bedeutung, daß diese Autorität auch im Bewußtsein des letzten Mitgliedes der Kehilla unversehrt dasteht. Schwererwiegend sind unsere Bedenken gegen die erfolgte Preisgabe der 60jährigen Haltung des rabbinischen Führers der Kehilla zum Rabbiner der Gemeindeorthodoxie. Mögen die Beweggründe welch immer sein, kann und muß eine solche Abkehr von der bisherigen Haltung nicht mißdeutet und gar als eine Abkehr vom ganzen sog. System ausgelegt werden? Das ist gewiß nicht beabsichtigt. Aber auch jeder Anlaß zu Mißdeutungen sollte vermieden werden, zumal in unserer von schwersten, N/öten erfüllten Gegenwart, in der die Erhaltung und weitere Erstarkung der Kehilla Rabbiner Hirschs nur durch freudige, opfervolle Mitarbeit aller Mitglieder möglich ist, zu deren Voraussetzung aber starkes Kehillabewußtsein gehört, d. h. das Bewußtsein von der Notwendigkeit der Kehilla. für deren Erhaltung und Förderung jedes Opfer gefordert werden muß. Sind denn die Stimmen verstummt, die den Fortbestand der ״separatistischen Religionsgesellschaft“ in dieser Zeit voll Wirtschaftlieber Sorgen als überflüssigen Luxus hinzustellen wagen und nicht da^r zurückschrecken, einer verhängnisvollen Fusion das Wort zu reden? Solchen verbrecherischen Stimmen sollte jede Nahrung ängstlich vorenthalten werden. Hoffentlich sind unsere Sorgen unberechtigt und ist die Kehilla so gesund und die Autorität ihres rabbinischen Führers so groß, daß sie der von den heimgegangenen Führern als notwendig erachteten Haltung nicht mehr bedarf. Wir möchten es wünschen. J. B.

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