Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- VI (5696) 1935/36
- Issue
- Heft 7-9 (April 1936)
- Date
- 1936-04-01
- Page
- Seite 238 (sequence 48)
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238 biner der Gemeindeorthodoxie gemieden. So sehr Rabbiner Hirsch immer wieder betonte, daß nur eine religiöse Gemeinschaft zwischen Thoratreuen und Thoraverächtern nicht möglieh sei, dem rabbinischen verantwortlichen Vertreter der Gemeindeorthodoxie gegenüber lehnte er auch gesellschaftliche Be- Ziehungen ab. Dieses Verhalten sollte den Mitgliedern seiner Kehilla die dauernde ernste Mahnung entgegenhalten: daß die göttliche Wahrheit im Bewußtsein der Thoratreuen von den entschiedenen Verfechtern des Abfalls von Gottes Thora weit weniger bedroht sei als von der Haltung jener rabbinischen Füllrer, die durch ihre Zugehörigkeit zur Gemeinde des Abfalls das Bekenntnis zu Gottes Thora zu einer ״Richtung'*1' degradieren, neben der die ״Richtung“ der Thoraleugnung innerhalb der Gemeinde Jakobs Gleichberechtigung für sich in Anspruch nehmen kann. Dieser Haltung blieb selbstverständlich auch sein Nachfolger s. A. treu. Sie brachte diesen Heiligtumswächtern in manchen Kreisen nicht gerade Freunde ein. Danach aber fragten sie nicht, durften sie nicht fragen, wenn sie nicht aufhören wollten, Wächter des Heiligtums ihrer Kehilla zu sein. Ihre Haltung rechtfertigt sich aus den Maßnahmen, die noch zu allen Zeiten die wahrhaften Wächter des jüdischen Volkes er- * griffen, למגדר מלתא, להרהיק אדם מן העבירה wenn es galt, ־dem Schutze des göttlichen Heiligtums zu dienen und der eindringliehen Mahnung das dem Bewußtsein sich dauernd aufdrängende Symbolum zu schaffen. Diese 60 jährige Haltung ist vor kurzem aufgegeben worden. Wir bedauern es außerordentlich. Nicht unbedenklich war schon die Abstellung von Trauungen in der Synagoge sowie die Ab- Schaffung der Talare. Sie erfolgte gewiß nicht aus halachischen Gründen, als ob die heimgegangenen großen Führer in diesen wie in allen Fragen sich nicht von gewissenhaftesten Erwägungen hätten leiten lassen-, auch nur der leiseste Zweifel verdiente den allerschärfsten Protest. Das aber ist gewiß nicht der Fall. Der Aufsatz ״Der Kampf gegen die Assimilation in Ost und West“ in der letzten Nummer dieser Zeitschrift hat diese Angelegenheit eingehend beleuchtet. Ob freilich der Augenblick für solche Maßnahmen geeignet war, ist, bei aller Anerkeimung der Lauterkeit der Absicht, eine andere Frage. Die Rücksicht auf die öffentliche Meinung, sie mag berechtigt sein oder nicht, ist gerade bei solchen Maßnahmen nicht außer Be-