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Nahalat tsevi · 1936-04-01 · Heft 7-9 (April 1936) · p. Seite 230

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Nahalat tsevi
Volume
VI (5696) 1935/36
Issue
Heft 7-9 (April 1936)
Date
1936-04-01
Page
Seite 230 (sequence 40)
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230 Erinnerung an das Herkunftsland lebendig. Sollten nicht auch unsere Väter ihres Aufenthaltes in Mizrajim stets gedenken? Dreimal im Jahr waren einst Gottes Gäste an die Tafel des Herrn geladen. Ein Abglanz der großen Vergangenheit und eine Ahnung kommender Herrlichkeit lag auch diesen Pessach über Jeruscholajim. Von allen Gegenden des Landes strömte es herbei, und es war ein wehmütig-frohes Wiedersehen, ein glücklich-ernstes Sichfinden: am Sederabend, auf den festlichen Straßen, beim Gottesdienst und bei geselligen Veranstaltungen. Sehnsucht in Erez Jisroel, wohin geht sie? Sehnsucht nach Vereinigung mit den Söhnen der Gola, Sehnsucht, daß die vereinten Söhne der Gola im Lande Gottes die Gottesnähe wieder gewinnen, um sich und alle Völker von dem schweren Leid zu erlösen, das sie alle deckt, seit Gott nicht mehr auf Erden wohnt. Sehnsucht in Erez Jisroel: Jeder Tag weckt sie aufs neue, wenn etwa die Spätsonne Jeruscholajim in zärtliche Farben taucht und der flüsternde Hauch des geweihten Bodens um Rückkehr des entschwundenen Gebieters fleht. Wie lange noch? Es gibt eine passive und es gibt eine aktive Sehnsucht. Unsere Generation aber ist gewürdigt, ihre Sehnsucht in Taten umzusetzen. Wer diese aktive Sehnsucht nicht kennt, sollte dem Lande fern bleiben. Die passive Sehnsucht ist in der Gola leichter tragbar als hier. Denn Gottes Land birgt heute seltsame Gäste. Es halten sich die Araber für die Alleinherren des Landes, und es machen viele Juden Gottes Anspruch streitig. Es gibt eine Arab erfrage und es gibt eine Judenfrage im Lande. Beide Fragen sind bitter ernst. Die heutige Situation beweist es. Arabische Mörder haben jüdisches Blut vergossen. Das Arabertum aber rückt von den Mördern nicht ab, sondern sie proklamiert in unmittelbarer Folge den Generalstreik. Und das Judentum? Alle offiziellen jüdischen Kundgebungen in Wort und Schrift sind vom Geist unerschütterlicher Entschlossenheit erfüllt, das wohlerworbene Mitrecht des jüdischen Volkes an Erez Jisroel bis aufs Aeußerste zu verteidigen und sich von keinerlei Gewalttat des Arabertums abschrecken zu lassen. Auf dieses ״jetzt erst recht“ sind alle jüdischen Begeisterungen abgestellt. Deut-

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