Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- VI (5696) 1935/36
- Issue
- Heft 7-9 (April 1936)
- Date
- 1936-04-01
- Page
- Seite 223 (sequence 33)
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223 die Wüfte zurückgeftoßen, und die Wüfte begrub jenes erfte Gefchlecht, das an der Pforte feines Gan Eden der einzigen, aber unerläßlichen Forderung nicht entfprach, an deren Erfüllung allein, wie am Anfang der Menfchengefchichte, auch für jüdifches Volk der Befitz feines Gan Eden geknüpft war. Und fo büßte es auch in der Folge fein Gan Eden ein, als Völkerwahn auch feinen Sinn vergiftet hatte und Gottes ftrafende Erziehungswaltung fein Volk in die Ferne wies, damit es in erneuter Wüftenwanderung die Reife zur Heimkehr in fein Gan Eden fich hole. Seitdem ftarrt Erez Jißroels Boden in Öde - aber einft wird «fröhlich die Wüfte und Öde freudig aufblühen wie die Lilie - jauchzend aufblühen die Herrlichkeit des Libanon und des Karmels und Sarons Pracht - und das dürftende Land wird zu Wafferquellen" (Jef. 35) - Wann? Wenn «ein Weg aufwärts führt zum Heiligtum", den kein Unreiner betritt, den die Sittenlofigkeit nicht fchändet und die Machtgier nicht entweiht - ein Weg, auf dem «Gott Erlöfte den Weg heimwärts finden, nach Zion kommen in Jauchzen, ewige Freude auf ihrem Haupte, Wonne und Freude treffen fie, und geflohen find Kummer und Seufzen" (daf.) - Solange diefer Heiligtumsweg nicht nach Zion führt, folange bedeuten alle Verfuche, Erez Jißroel der Öde und Wüfte zu entreißen, vermeffenes, wahnfinniges Unterfangen anzukämpfen gegen Gottes Waltungswillen. - Gefchichte aber lügt nicht, Israels hiftorifche Vergangenheit fprichl eine erfchüiternde Sprache — Wehe, wenn «die blinden Augen und die tauben Ohren" zu fpät fich öffnen! Nicht eher kann Erez Jißroel aus Öde und Trümmern, die Gottes Wille verhängt hat, zurückkehren zu paradiefifcher Blüte, bis nicht der ״Geift der Reinheit" das jüdifche Volk geläutert: erft wenn Gottes ״Ich nehme euch mir zum Volk" feine zerfprengten Glieder wieder zum Gottesvolk vereint hat, bahnt Gottes Sammelruf ihm den Weg nach heimatlichem Boden (Jech. 36). Wann fchlägt die Stunde der Heimkehr? ״Ihr Berge Israels, ftreckei eure Zweige, traget eure Früchie meinem Volke Israel zu" - denn wenn fich Israels Berge wieder in Fruchtbarkeit kleiden, dann ״naht die Stunde feiner Heimkehr" (daf.). Ift aber nicht Erez Jißroel in unteren Tagen auf dem Weg, die Öde zu überwinden und feine Trümmer zu verfcheuchen? Und aus allen Enden drängen Heimkehrende der Heimat zu. - Wehe, wenn die Heimkehr keine Heimkehr ift, dann ift auch die Blüte nur Scheinblüte, und dämmernde Morgenröte müßte defto finfterer Nacht weichen - denn Prophetenwort lügt nicht. Unheimlich für den, der, erfüllt