Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- VI (5696) 1935/36
- Issue
- Heft 7-9 (April 1936)
- Date
- 1936-04-01
- Page
- Seite 222 (sequence 32)
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toi ein Herz für diefe erfchütternde Klage, fchämt ihr euch eurer Brüder, die für diefes herzzerreißende Weh nur rohes Hohnlachen befitzen und fich nicht fcheuen, einer Welt, der das Buch der Propheten geöffnet ift, zu zeigen, wie die eigenen Kinder diefes Volkes ihre Heroen fchmähen, dann werdet ihr mit dem entfchloffenen Willen heimkehren, durch euer Leben der Propheten heißefte Lebensfehnfucht zu füllen: ״Juda foll wieder Gott als Erbe zufallen, als Gott ausfchließlich höriger Teil, auf Gott heiligem Boden״ (Sech. 2). - Wie alle propheüfche Wahrheit aus Thauro gefchöpft ift, fo werden Propheten nicht müde, die in den erften Blättern der Thauro niedergelegte, in göttlichem Schöpfungswillen verankerte Wahrheit als gewiffefte Verheißung immer wieder zu künden : aus aller Irrung und Entfremdung findet eine Menfchheit den Weg zurück ins Gan Eden. Denn ״nicht zur Öde hat Gott die Erde erfdiaffen, zum heiter friedlichen Wohnen hat Er fie gebildet״ (Jef. 45) - deshalb lächelte zu Beginn der Menfchengefchichte die Erde dem Menfchen als Gan Eden, als Stätte des Glücks und des Friedens. Das war der Fall, fo lange der Menfch von Gott lieh führen ließ und der Gotteswille fein Leben beftimmte. Als aber der Menfch in törichter Verblendung felber wiffen woll'e, ״was gut ift und böfe" (Gen. 3), verfcherzte er (ich das Gan Eden. Seitdem trauert die Erde und harrt ihrer Erlöfung durch Menfchen entgegen. Menfchen aber, die freventlich das Band zerriffen haben, das Gottes Führung ihnen bedeutete, vermeffen lieh, auf eigene Fauft Gan Eden zu erringen, und büßen den Wahn mit immerwiederkehrendem unendlichem Weh. Seitdem zieht der Jammer durch die Gefchidite. Goües erbarmende Waltung aber fügte es, daß nimmer ״Cherubim״ fchwinden follten aus Menfchengefchichte, Träger göttlichen Willens, die ״den Weg zum Baum des Lebens der Menfchheit bewahren״, die inmiüen aller nächtlichen Schauer welthiflorifcher Schickungen, in denen ״die Flammen des ftets lieh wälzenden Schwertes" (daf.) das ״Wehe" offenbaren und die ״Nichtigkeit" menfchlichen Unterfangens befiegeln, aus eigener Kraft den Fluch aus dem Leben zu bannen, füll und unentwegt das große Geheimnis (ich hüten, auf welchem Weg allein Gan Eden zurückzugewinnen fei - es ift der einfam fülle Gang, zu dem Goü Awrohom und Awrohoms Enkel, das jüdifche Volk in die Gefchichte berufen. Deshalb führte der Weg diefes Volkes vom Sinai durch die Wüfte in das Gan Eden feiner von Goü ihm beflimmlen Heimat. Es ward freilich in