Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- VI (5696) 1935/36
- Issue
- Heft 7-9 (April 1936)
- Date
- 1936-04-01
- Page
- Seite 221 (sequence 31)
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Als durch Israels Schuld Gottes Land fein göttliches Gepräge verloren hatte und der Prophet (Jech. 16) in graufiger Siratrede die Entartung und Entfremdung geißelte, die an Ausmaß ״die Sünde der Schwefter Sedom״ übertraf, fteht er nicht an, diefem entheiligten, gefchändeten Boden den Namen ״Land Kenaan״ wiederzugeben (das.)► - denn um den Preis hätte auch der Kenani im Lande bleiben können. אדמת ישראל (Jes. 14. Jech. 37) nennen fie euer Land, einen Boden, der fich (wie אדמה - לאדם) Israel vermählen will, jüdifches Volk nur trägt, fo es als ״Israel" fich bewährt, andernfalls es ״ausfpeit" (Lev. 18)! Aber noch gewaltiger tönt die Mahnung des Propheten jedem entgegen, der diefen Boden betritt: אדמת הקודש (Sech. 2) ״Boden heiliger Beflimmung!" Diefes Bewußtfein verlaffe euch keinen Augenblick und geftalte euer Tun und heilige euer Wollen - denn hier gilt, wohin auch euer Fuß tritt, der Gottesruf, mit dem der Gottesbote einft Jehofchua entgegentrat (Jof. 5): ״Ziehe deine Schuhe von deinen Füßen, denn der Boden, auf dem du ftehft, ift Boden heiliger Beffimmung" (Ex. 5). Wohl foll uns diefes Bewußtfein nirgends auf Erden verlaffen. Denn ift ״Gottes die Erde und was fie füllt", dann wandelt fich die Erde in ״Gottes Berg", in Gott ״heilige Stätte" (Pf. 24), auf der zu weilen, nur Gott dienender Lebensgehorfam das Recht gibt. Aber mit der Gottentfremdung des Menfchen ging auch die Entfremdung der Erde von Gott Hand in Hand. Seitdem trauert die Erde unter der fie vergewaltigenden Herrfchaft der Menfchen. Seitdem wartet Gott auf das ״Erbe", das ihm aus Erdenweli und Menfchheit zufallen foll. Israel follte fein ״Gottes Teil, das Gott zugefallene Erbe" (Deut. 32), ,,das erfte des Gott wieder zugefallenen Ertrags" (Jer. 2) und Erez Jißroel Gottes ״Erbe" — Denn Gott führte fein Volk, das durch feinen Schöpferwillen zum Leben geweckt war und nur beftehen kann durch ihn, und pflanzte es ein ״in den Berg feines Erbes, in die Stätte feiner Gegenwart auf Erden, in das Heiligtum, das Gottes Hände gegründet" (Ex. 16) - Gott heiliger Boden follte fich durch Gottes Volk in einen einzigen Heiligtumsberg wandeln, um, weithin emporragend, einer großen gottentfremdeten Menfchheit Gottes Erbanfpruch auf feine Erden- und Menfchenwelt entgegenzuhalten. Wer ermißt da den Jammer der Prophetenklage (Jer. 2): ״Ihr aber kämet und verunreinigtet mein Land und mein Erbe wandeltet ihr in Greuel"! - Habt ihr, die ihr heimatlichen Boden wieder betretet, noch