Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- VI (5696) 1935/36
- Issue
- Heft 7-9 (April 1936)
- Date
- 1936-04-01
- Page
- Seite 219 (sequence 29)
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219 dies das Bewußtsein, daß er, wie kein anderer, dazu berufen ist, uns wie dem Osten den Weg mit der Thora ins Leben zu weisen. Gewiß, ich habe vollstes Verständnis dafür, wenn auch Kritik am Bisherigen geübt wird. Der Rosch Jeschiwa bemüht sich seit Jahren unter vollem Einsatz seiner großen Persönlichkeit, mehr und mehr Thauro in die jüdischen jungen Menschen hineinzubringen. Aber ein Zweifel darüber darf nicht obwalten, daß eine prinzipielle Abkehr von dem, was Deutschlands thoratreue Juden bisher gewirkt haben, nicht in Frage kommt, daß ganz im Gegenteil gerade Deutschlands Juden den Gedanken der Agudas Jisroel gedacht und gehegt und ihm den Anstoß zur Tat gegeben haben, so daß der Führer des polnischen Judentums noch vor einem Jahr erklärt hat, wie unendlich groß die Dankesschuld sei, die etwa Polens thoratreue Juden den thoratreuen Juden Deutschlands abzutragen haben. Je schwerer die Zeiten sind, umso weniger können wir Menschen entbehren, die durch die Schule Rabbiner Hirschs gegangen sind. Gott helfe ihnen zu entsprechenden Entschlüssen. Prophetenmahnung für Heimkehrende. Von Rabbiner Dr. Jofeph Breuer. Der Belitz von Erez Jißroel war von Anfang an dem jüdifchen Volk nur als Gottes Volk zugefichert. Diele Wahrheit fpricht ebenfo eindringlich wie eindeutig aus allen Blättern der Thora. Sie leugnen hiebe Gottes Thora verleugnen. Nur wem Gottes Schöpfungswort ״Ich nehme euch mir zum Volke", mit dem Gott diefes Volk ins Dafein rief, keine Wahrheit mehr ift, wird auch das ״Ich bringe euch in das Land" (Ex. 6) in feiner unauflöslichen Abhängigkeit von der Bewährung des jüdifchen Volkes als Gottes Volk verkennen. Mit der Zerreißung des einzigen Bandes, das diefes Volk mit feinem Lande verknüpfte, war das Schickfal von Volk und Land beiiegelt. Und fo ift auch die Zukunft diefes Landes mit der Zukunft diefes Volkes auf Gedeih und Verderb innig verknüpft. Die Erlöfung des jüdifchen Volkes bringt auch feinem Lande die Erlöfung. Daher ift diefem Volke keine Heimkehr in fein Land befchieden, ohne daß diefe Heimkehr eine Heimkehr wäre zu Gott und feiner lebengeftaltenden Nähe, denn auch fein Land erfehnt die Heimkehr zu Gottes Schechinanähe. Fern von der Heimat baut Jecheskel an der jüdifchen Zukunft.