Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- VI (5696) 1935/36
- Issue
- Heft 7-9 (April 1936)
- Date
- 1936-04-01
- Page
- Seite 218 (sequence 28)
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216 heit zu hören, wir sind gehorsam genug, um zu gehorsamen. Mehr und mehr ist heute in unseren eigenen Reihen der Geist: der Unsicherheit vorhanden; heute aber ist es absolut erfOrder־ lieh, wenn wir überhaupt nur einen Schritt gehen wollen, daß wir selber unserer Sache sicher sind. Wenn ich meine persönliche Ansicht sagen darf: Nun, ich bin der Ansicht, daß die Lehre von Rabbiner Hirsch in heutiger Zeit überhaupt erst ihre Bewährung zu finden hat. Ich bin der Auffassung, daß die deutschen Juden keinen größeren Mussarlehr er besitzen als eben Rabbiner Hirsch. Ich bin freilich auch der Auffassung, daß gerade die historische Größe seiner Idee sich darin zeigt, daß חדשים לבקרים daß sie fortsetzbar ist, daß sie entwickelbar ist. Auch hier glaube ich, daß das wahre Wesen der Orthodoxie nicht Erstarrnis ist, sondern gerade im Gegenteil, daß uns die neue Zeit zum Fortentwickeln anregt, daß freilich hierzu vor allen Dingen Klarheit des Zieles erforderlich ist Wenn Thauro Umussar sich ohne weiteres einreihen läßt inThauro im derech erez, nun, warum ein zweites Wort, das die Jugend nur verwirrt? Es hat jeder Führer das Recht, zu führen nach seiner Ueberzeugung, dann aber wollen wir es klar und deutlich hören. Wir wollen hören, ob es denn nicht wahr ist, daß die Thauro gerade in unserer Zeit ihre lebensgestaltende Kraft nachweisen muß, daß gerade in unserer Zeit wir den Luxus uns nicht erlauben können, dem Leben zu entsagen oder selbst auch nur das Leben als eine Nebensächlichkeit zu nehmen. Dafür sind die wirtschaftlichen Phänomene viel zu schwer, viel zu stark. Oder wenn, um nur ein Beispiel zu bringen, wenn etwa es dahin kommen sollte, daß das thoratreue jüdische Volk nicht mehr die Männer der ״Intelligenz“ besitzt, das Wissen um europäische Dinge einfach Erbteil ist unserer zionistischen Gegner, wemi wir in Zukunft nicht mehr Persönlichkeiten haben sollten, die die Auseinandersetzung treiben können zwischen dem, was wahr ist, und dem, was die Völker umflutet, dann sehe ich keine Möglichkeit, menschlich gesprochen, wie jemals die Thauro in Erez Jisroel siegen soll, und ich sehe auch nicht die Möglichkeit, wie die schwere Problematik des Ostens gelöst werden soll. Demi warum immer wieder die Fabel aufrecht erhalten, als ob im ״Osten“ alles in Ordnung sei? Es ist nicht in Ordnung! Und wenn ich bei der jüngsten Tagung der agudistischen Arbeiter in Lodz als einziges Bild im Saal hängen sah das Bild von Rabbiner Hirsch, so war das mehr als eine Aeußerlichkeit. Es war