Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- VI (5696) 1935/36
- Issue
- Heft 7-9 (April 1936)
- Date
- 1936-04-01
- Page
- Seite 216 (sequence 26)
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weiß nicht, welche jüdische Kultur man unseren irrenden Brüdern vermitteln will, wenn es nicht ist die Kultur der Thora, des Tenach, von Mischna und Gemoro und dem ganzen jüdischen Schrifttum, das es als einzigen Kulturinhalt all die Jahrhunderte gegeben hat, beruhend auf der Einheit des jüdischen Gottes, des jüdischer! Volkes und seiner Thora. Soll es denn jüdische Kultur sein, wenn etwa jüdische Schauspieler hier irgend ein Theaterstück zum besten geben, wenn jüdische Musiker ein Stück spielen? Die Ernsten unter den Zionisten׳ Massen es. Jüdische Kultur wächst nur aus dem Boden dieser Einheit. Und der Zionismus, wenn er nicht an seiner Zukunft verzweifeln will, hat ja uns, das thoratreue jüdische Volk bitter nötig für sein eigenes Dasein. Mit Menschen, die sich alle möglichen Werte aus Westeuropa zusammengeklaubt haben, läßt sich jüdische Kultur wahrhaftig nicht erreichen. Und wenn hier auch nur die leise Hoffnung besteht, daß jüdische Menschen sich besinnen und suchen, da dürfte die agudistische L. O. tatenlos dabeistehen? Und wenn nur in jeder Stadt ein einziger jüdischer Mensch gewonnen würde, Märe dann damit alle unsere Mühe nicht hinreichend belohnt? Jüdische Werte blühen eben nur am Baume der jüdisehen Thora, hierin glaube ich, sollten Freunde und Gegner alle restlos einig sein. Man mag es vom Standpunkt der Gegner aus bedauern, daß der jüdische Genius sich in den vergangenen Jahrtausenden Gott und der Thora als einziger Kultur verschrieben hat. aber selbst auch nur diese jüdische Kultur fortentwickeln zu wollen, setzt ja die Kenntnis dieser Kultur voraus. Wie kann ich sie fortentwickeln, wenn ich davon nichts w7eiß. wenn ich zwar hebräisch zu parlieren verstehe, aber im übrigen die ragenden Denkmäler, die uns diese Sprache beM^ahrt hat, nicht einmal vorn Hörensagen kenne? Darum sage ich: Möge diese Tagung einen Anstoß dazu geben, daß sich die Aguda ihrer Pflicht besinnt, damit sie verhindert, daß nicht Vertreter von Scheinwerten sich anpreisen, wo sie letzten Endes nur Steine zu geben vermögen statt Brot. Jawohl, es ist sehr leicht, von heute auf morgen Zionist zu werden, das geht im Handumdrehen. Gestern kann man noch Assimilant geM׳esen sein, und heute spricht man nur den einen Satz: Ich bejahe das jüdische Volk; dann ist man Zionist. Das geht ein bißchen zu schnell, und ganz geMdß ist der Weg zum jüdisehen Volk steiniger und schwieriger, aber er lohnt sich desto mehr, und wenn auch die Menge durch dieses fortgesetzte Unter-