Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- VI (5696) 1935/36
- Issue
- Heft 7-9 (April 1936)
- Date
- 1936-04-01
- Page
- Seite 214 (sequence 24)
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214 — ich erlebte dies in einem persönlichen Gespräch mit einem sehr achtbaren Gegner selber — etwa folgendes gesagt: Mit der Unabhängigen Orthodoxie haben wir uns als einer Tatsache abgefunden, und soweit die Unabhängige Orthodoxie sich in ihrer propagandistischen und sonstigen Tätigkeit auf die unabhängig orthodoxen Kreise beschränkt, haben wir dagegen nichts einzuwenden. Dagegen finden wir es ganz unerhört, wenn die Agudas Jisroel sich unterstehen sollte, etwa in Kreisen des Rif oder in Kreisen, die dem C. V. nahestehen, Propaganda zu machen, das ist ja beinahe wie unlauterer Wettbewerb, das geht nicht. Dort Propaganda zu machen, kann lediglich Aufgabe des Keren Hajessod sein. Man stößt sich gar nicht daran, wenn man heute einen begeisterten Keren-Hajessod-Anhänger trifft, der gestern noch nicht einmal das Wort Keren Hajessod richtig aussprechen konnte. Darin findet man nichts, daß man die Propaganda von zionistischer Seite erstreckt auf die Kreise, die gestern noch vom Zionismus wahrhaftig wenig Ahnung hatten. Wenn aber der Agudismus den ersten bescheidenen Versuch machte, in diesen Kreisen Eingang zu finden, so hört man, ja das geht nicht, und was das Traurigste daran ist, mir ist auf gef allen, daß man bis in unsere eigensten Reihen hinein ähnlich denkt. Leider ist es ja ein alter orthodoxer Fehler, daß man sich selbst 3 0 sieht, wie einen die Gegner sehen, in Anerkennung, in Ablehnung. Darf ich vielleicht in diesem Zusammenhang Ihre Geduld für einige Augenblicke in Anspruch nehmen? Daß wir uns nicht von unseren jüdischen Brüdern, auch wenn sie in die Irre gegangen sind, getrennt haben, ist klar bis zur Selbstverständlichkeit. Wir haben uns noch nie von jüdischen M enschen getrennt, wir haben uns allerdings getrennt von Organisationen, die sich der Einheit zwischen Gott, Thora und Israel versagt haben. Wir haben uns von Organisationen getrennt in dem Augenblick, wo diese Organisationen aus dieser ewigen Einheit herausfielen. Unsere Pflicht ist es, wo immer wir können, dafür Sorge zu tragen, daß unsere jüdischen Brüder den Weg zur Thora zurückfinden. Wir sind allerdings der Auffassung, daß dieser Versuch nicht gemacht werden darf unter Preisgabe dieser Einheit, und wenn einer der Herren Gegner mir sagte: .,Wir verlangen eines von Ihnen, das müssen wir verlangen, wir verlangen von Ihnen, daß Sie die Gleichberechtigung des Liberalismus genau so anerkennen, wie die Gemeindeorthodoxen sie faktisch seit je anerkannt haben4*, so sehen Sie mit aller Deutlich-