Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- VI (5696) 1935/36
- Issue
- Heft 7-9 (April 1936)
- Date
- 1936-04-01
- Page
- Seite 212 (sequence 22)
- Belongs to
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212 verflossenen Jahres Wesentliches geschehen sei. Ich bin neu־־ gierig, wir sprechen hier ganz offen, weil ich uns stark genug weiß, daß wir offen reden können, ich bin neugierig auf die Liste, die wir lesen werden, wieviel neue Menschen sind im Laufe dieses Jahres von der L. O. gewonnen worden, diesem Volke, Gott und der Thora? Wieviel neue Menschen sind ge־ wonnen worden, die ein brennendes Interesse daran haben, zu wissen, nun wie geht es denn dem Volke Gottes hier, in Polen, wie sieht es bei dem Volke Gottes aus, das geknechtet, verfolgt und zerbrochen ist unter der Geißel Sowjetrußlands? Wo sind in unseren Reihen die Menschen, deren Herz blutet mit der leidenden jüdischen Thora, deren Herz blutet mit Gott selber, die Rachmonus haben mit Gott, Rachmonus mit seiner Thora und dem jüdischen Volke? Warum sind nicht längst in jeder Stadt Veranstaltungen getroffen worden, daß man mindestens* Woche für Woche Zusammentritt und Berichte empfängt, hört, wie sieht es denn aus, was kann man tun usw.? Wo sind die erwachsenen reifen Menschen? Ueberlassen Sie doch nicht alles der Jugend! Wo sind die reifen Menschen, die ihrem Beruf und ihren privaten Sorgen die Zeit noch abringen können, in der sie sich hinsetzen und nachdenken, wie kann man in unseren Kreisen, wie kann man in Deutschland am besten der Thora helfen und wie kann man dem jüdischen Volke helfen? Der Agudas Jisroel geht es ganz genau so gut, geht es ganz genau so schlecht, wie es diesem Volke Gottes, das ewig unzerstörbar ist in der Metageschichte, in dieser Welt der Wirklichkeit geht. Sprechen wir es daher nur ganz offen aus. Es geht Agudas Jisroel genau so jämmerlich schlecht, wie es dem Volke Gottes in diesem עולם הנפסד in dieser Welt der Erscheinungen jämmerlieh schlecht geht. Sprechen wir es nur aus: Menschlich gesehen hat es vielleicht noch nie in der jüdischen Geschichte eine Epoche gegeben, in der das jüdische Volk von Gefahren so umwittert war, buchstäblich Lebensgefahren, wie unsere Gegenwart. Vielfach lahm und abgestumpft ist der Wille des Einzelnen, und vor allzu vielen steigt da jetzt das Bild eines neuen Erez Jisroel auf, in dem angeblich ein jüdisches Volk Stätte finden soll, das nicht mehr das jüdische Volk ist, das Gott gestiftet hat, das jüdische Menschen, eine Summe von jüdischen Menschen vielleicht darstellt, aber ganz gewiß nicht ist dieses jüdische Volk, das in unzerstörbarer Einheit mit Gott und seiner Thora besteht und das nur dort ist, wo Gott ist, wo die Thora ist. Ganz gewiß