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Nahalat tsevi · 1936-04-01 · Heft 7-9 (April 1936) · p. Seite 211

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Journal
Nahalat tsevi
Volume
VI (5696) 1935/36
Issue
Heft 7-9 (April 1936)
Date
1936-04-01
Page
Seite 211 (sequence 21)
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211 dies Streben hat, zwingt Agudas Jisroel jeden einzelnen von uns, die Thora nicht etwa nur zu sehen als eine Angelegenheit, die berührt das Verhältnis des jüdischen Einzelnen zu seineni Gott oder des jüdischen Einzelnen zu seinem Nebenmenschen: sondern in dieser Einheit befindet sich vielmehr ja auch das jüdische Volk, und der Einzelne, er ist ja nur Bestandteil dieses Volkes, und er empfängt ja diese Einheit nur aus den Händen des jüdischen Volkes. Psychologisch macht somit Agudas Jisroel in der Seele jedes einzelnen ihrer Angehörigen den Gedanken des jüdischen Volkes als eines wesentlichen Bestandteils dieser Einheit zwisehen Gott, Thora und dem jüdischen Volk lebendig und zwingt ihn damit, sich für dieses jüdische Volk verantwörtlich zu fühlen. Es gibt vielleicht auch Nichtagudisten, die an sich die Richtigkeit der ideologischen Grundlagen der Agudas Jisroel anerkennen, aber man kann wohl sagen, in der seelischen Struktur unterscheidet sich der Agudist von jedem anderen thoratreuen Menschen vor allen Dingen dadurch, daß der Agudist sich verantwortlich weiß für das jüdische Volk, als notwendigen Bestandteil dieser von Gott gestifteten Einheit. Agudist ist, wer abends sich niederlegt mit der Sorge für das jüdische Volk und morgens aufsteht mit der Sorge für das jüdische Volk. Noch viel zu viele haben wir in unseren Reihen, die der Meinung sind, wenn, sie nur persönlich Thora lernen und Mizwoth üben, daß sie alles getan haben, was gerechter- ־weise von ihnen verlangt werden kann. Wir sagen, damit ist noch nicht alles geschehen! Solange Du nicht in Dein Wollen das von Gott und seiner Thora getragene jüdische Volk aufnimmst, solange dieses von Gott getragene jüdische Volk nicht unmittelbar motivwirkend ist für Dein Wollen und Tun, solange Du nicht den Wert Deines Lebens danach abmissest, was hast Du getan, was hast Du geleistet für das arme, gequälte, verirrte Volk und seine Thora, solange dies nicht Sinn und Wert gibt für Dein Leben, solange bei Dir noch der Beruf im Vordergrund steht, solange Du glaubst, individuell gesetzestreu zu leben, wenn Du das tust, was Israels Gott von Dir verlangt, solange freilich bist Du noch kein Agudist. Und unsere Aufgabe muß es sein, jüdische Menschen vor allen Dingen zu gewinnen, die das jüdische Volk, von Gott und seiner Thora getragen, in ihr Wollen auf nehmen. Ich kann nicht sagen, daß in dieser Hinsicht im Laufe des

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