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Nahalat tsevi · 1936-04-01 · Heft 7-9 (April 1936) · p. Seite 209

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Nahalat tsevi
Volume
VI (5696) 1935/36
Issue
Heft 7-9 (April 1936)
Date
1936-04-01
Page
Seite 209 (sequence 19)
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209 ab von Erez Jisroel. ,,Nicht eine Sekunde“ — hat einmal ein großer Talmudist vor einigen Monaten mit Recht gesagt — ״nicht eine Sekunde könnte das jüdische Volk, dieses Volk, das wir meinen, leben ohne Gott und ohne Thora, und es lebt schon seit zwei Jahrtausenden ohne Land.“ Jawohl, dieses Land ist nicht ein integrierender Bestandteil dieser Einheit. Die Einheit hat Gott geschlossen mit der Thora und dem jüdischen Volk. Nicht Voraussetzung, nicht Vorbedingung der Einheit ist Erez Jisroel, sondern Erez Jisroel ist das Land der Bewährung, ist das Land der Bestätigung, denn gewiß kann der Anspruch Gottes und seiner Thora, das gesamte Menschenleben zu umfas־ sen, zu ordnen, zu regeln, seine Erfüllung nur finden, wo natürliches Leben zur Darstellung gelangt. Dieser Herrscheranspruch Gottes und seiner Thora, wie könnte er Verwirklichung finden, in einem Lebensraum Verwirklichung finden, wo andere Kräfte herrschen, Verwirklichung finden innerhalb einer Wirtschaft, die von ganz anderen Mächten, von ganz anderen Kräften in Bewegung gesetzt und geordnet wird. Und so ist allerdings Erez Jisroel die unabdingbare Voraussetzung für die Möglichkeit einer Entfaltung , einer Betätigung dieser Einheit in ihrer Vollendu ng. Und in dem Augenblick, wo das jüdische Volk das jüdische Land verlor, da begann, und das ist echt agudistische Auffassung, da begann das Galuth aller drei Bestandteile dieser Einheit, da begann das Galuth Gottes, da begann das Galuth der Thora, da begann das Galuth des jüdischen Volkes. Und keinen Zoll weiter reicht das Galuth des jüdischen Volkes als das Galuth der Thora und als das Galuth Gottes, so wie nirgends das jüdische Volk vorhanden ist, es sei denn, daß dort zugleich die Thora, daß dort zugleich Gott ist. Wo immer sich jüdische Organisationen auftun, welchen Zwecken und Zielen sie immer dienen möchten, und in ihnen herrscht nicht Gott, nicht die Thora, wo Gott nicht ist als Herrscher, die Thora nicht ist als Rechtsetzerin, dort ist auch nicht das jüdische Volk. In dieser Auffassung ist im Grunde genommen das ganze Wesen des Agudismus begründet, soweit man es ideologisch betrachten will. Ich brauche nicht erst zu sagen, und gewiß nicht in diesem Kreise, wie entsetzlich verkennend jene Auffassung ist, die gerade dieser Anschauung den Vorwurf macht, sie sei etwa seperatistisch. Was sollen diese Schlagworte? Wäre es nicht endlich an der Zeit, daß unsere Gegner sich genau so bemühen möchten, uns zu verstehen.

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