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Nahalat tsevi · 1936-04-01 · Heft 7-9 (April 1936) · p. Seite 205

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Nahalat tsevi
Volume
VI (5696) 1935/36
Issue
Heft 7-9 (April 1936)
Date
1936-04-01
Page
Seite 205 (sequence 15)
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20$ wir für uns und jene für sich? Weil wir uns nicht mehr ver־ stehen! Und warum verstehen wir uns nicht mehr? Warum sind ihre Gedanken nicht unsere Gedanken und ihre Wege nicht unsere Wege? Die Eigenart des talmudischen Denkens steht zwischen uns und ihnen. Mögen sie talmudisch denken lernen, — dann wird sich die Kluft von selber schließen. Vortrag des Herrn Dr. Isaac Breuer anläßlich des Delegiertentages der Landesorganisation der Agudas Jisroel am 29. Dezember 1935. Meine Damen und Herren! In einer ernsten und schweren Zeit tritt die deutsche Landesorganisation der Agudas Jisroel zu einer Tagung zusammen. Wenn der Vorstand der Landesorganisation mich gebeten hat, hier über das Wesen des Agudismus einiges zu sagen — es war dies die einzige Bitte, mit der er während des ganzen Jahres an mich herangetreten ist, sonst habe ich von ihm nichts gehört — so bin ich überzeugt, daß er sicherlich nicht wünscht, daß hier Darlegungen rein ideologischer Art erfolgen, die einen Zusammenhang mit der Wirklichkeit vermissen lassen. Ich glaube vielmehr, daß sein Wille und Wunsch es war, gerade diese agudistische Wirklichkeit und nicht zuletzt die von ihm selber während des verflossenen Jahres entwickelte Tätigkeit an der agudistischen Idee messen und bewerten zu können. Es scheint mir, daß der Vorstand der L. O. Ihnen durch eine derartige Darlegung gewissermaßen die Maßstäbe an die Hand geben wollte, damit Sie nachher umso leichter in eine Kritik darüber, was an Segensreichem geschehen oder nicht geschehen ist, eintreten können, imd damit Sie auch die Wege finden, daß das, was nicht geschehen ist, in der Zukunft geschehen möge. Es kann ja ein Zweifel darüber nicht bestehen, daß sich die Landes- Organisation der deutschen Agudas Jisroel Untätigkeit nicht gestatten darf in einer so schweren, in einer dermaßen von Problemen erfüllten Zeit, wie es die unsere ist. In heutiger Zeit ist ein solcher Schlaf schlechterdings untragbar. Es wird auch nicht angehen, sich damit zu trösten, daß die Jugend nicht schläft. Wir brauchen heute auch das mittlere Alter, und wir brauchen heute auch das höhere Alter, und ich möchte eines vorwegneh-

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