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Nahalat tsevi · 1936-01-01 · Heft 4-6 (Januar 1936) · p. Seite 176

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Nahalat tsevi
Volume
VI (5696) 1935/36
Issue
Heft 4-6 (Januar 1936)
Date
1936-01-01
Page
Seite 176 (sequence 66)
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176 jahre verbracht hatte, im niederländifchen Orte Putte zur ewigen Ruhe gebettet Trauerreden unterblieben wegen des Fettes. Viele Worte des Lobes wären auch nicht nach dem Sinne des Verftorbenen gewefen. Daß er am Makkabäerfefle in die Ewigkeit heimgekehrt itt, - darin dürfen wir feine höchfie und wohlverdiente Ehre fehen; denn wir haben in ihm einen der letzten Makkabäer verloren. Er ift im fchlefifchen Städtchen Heinersdorf geboren. Noch in fpäten Jahren, als ,Verländlichung" das große Streben jüdifcher Organifationen geworden war, erzählte er vom ländlichen Leben feiner Kindheitsjahre, wobei er die Schwierigkeiten diefes Lebens für Thora und Sabbath betonte, — in feiner Befcheidenheit nicht ahnend, daß er felber der bette Gegenbeweis diefer Bedenken war. Seine reiferen Jugendjahre verbrachte er in der damals blühenden pofenfchen Gemeinde Kempen. Er legte von feinem umfaffenden talmudifchen und allgemeinen Wiffen 1579 durch feine Differtation über ,Philo und die Halacha", - eine Schrift, der ein Fachmann noch 1932 bezeugt hat, daß fie, ,noch heute unentbehrlich und im Wefenilichen nicht überholt ift*, und die auch infofern Dauerwert behält, als es feit ihrem Erfcheinen nicht mehr möglich ift, Philo und Jofephus als Beweisinftanz gegen das Alter unterer Tradition zu mißbrauchen - ein untrügliches Zeugnis ab. In feine Studentenjahre fällt auch ein Ereignis, von dem er noch in feiner Antwerpener Zeit gern fprach: fein Betuch bei Samfon Raphael Hirfch, mit dem er über einige Stellen des Kommentars korrefpondiert hatte und den er in Frankfurt nicht antraf; er reifte ihm nach Nauheim nach und hatte das Glück, aus feinem Munde ermunternde Vorausfagen über fein zukünftiges Leben zu vernehmen. Schon in feiner erften Amtsftellung in Prenzlau begann er Großes zu leiften. Dort knüpfte er die Freundfchaft mit Julius Preuß, an deffen ,Biblifch-talmudifcher Medizin* der Anteil Ritters bedeutend ift. Große deutfche Gemeinden trugen ihm in jenen Jahren ihr Rabbinat an; er aber ließ ßch auf keinen Poften rufen, wo er nicht alle ihm zu unterteilenden Inftitutionen religionsgefetzlich völlig verantworten konnte. Die eigentliche Wirkensftätte feines Lebens wurde Rotterdam, wo er 43 Jahre hindurch der hochgeachtete Führer und Vater feiner Gemeinde blieb. Dort wurde er zum geiftigen Führer und Vater vieler Einzelperfonen und Gemeinden nah und fern. Anfragen in wichtigen Gemeindeangelegenheiten prinzipieller Art, zu denen ebenfoviele Kenntnis weit-

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