Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- VI (5696) 1935/36
- Issue
- Heft 4-6 (Januar 1936)
- Date
- 1936-01-01
- Page
- Seite 172 (sequence 62)
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m ken, die ihr צלעות in dieser Hinsicht zu ziehen hat. Eine alte Traditionsquelle hebt schon dieses Postulat als etwas Gegebenes hervor, und im Talmud werden verschiedene biblische Belegstellen, die dieses beleuchten, angeführt. Darüber hinaus belehrt uns die Thoradarstellung, daß sogar heilige Kundgebungen der beiden Geschlechter in öffentlicher Versammlung nicht vereint vor sich gehen sollen. Denn getrennt von Mosches und der Manner Dankeskundgebungen im Schilfmeerlied heißt es, daß Mirjam sich an die Spitze der Frauen stellte, um im Liede ihren Dank zu bekunden. Hieraus geht aber auch hervor, daß die Verhinderung des öffentlichen Auftretens der Frauen überall da, wo ihr Wirkungskreis sich auch über Männer erstrecken sollte, nicht als eine Rechtsbeschränkung empfunden werden darf, sondern bewertet werden muß als eine Wahrung des צניעות-Schatzes der jüdischen Frau, die eine Forderung des an die jüdische Gesamtheit ergangenen קדושה-Rufes darstellt. Das Verständnis für die hohen Forderungen des jüdischen קדושה -Begriffes überhaupt hat in allen Zeitepochen, in denen das Judentum mit heidnischer Kultur in nähere Berührung kam, Einbuße erlitten. Von den frühesten Zeiten an zeigten sich in den jüdischen Kreisen, welche von solch קדושה -negierender Kultur umfaßt wurden, bedenkliche Symptome der Auflösung des Thora-Judentums. Der materielle Realismus, das Merkzeichen der allgemeinen jetztzeitigen Kultur, die auch in der sozialen Stellung der Frau eine radikale Umwälzung hervorgerufen hat, führt es mit sich, daß die Schranken zwischen den beiden Geschlechtern mehr und mehr gelockert werden. Wer kann die Augen vor der Tat- Sache verschließen, daß das Verständnis für den קדושה -Ruf in überaus vielen jüdischen Kreisen, die mitten in den jetztzeitigen Kulturzentren leben und sterben, einen Tiefstand erreicht hat, der mit elementarer Gewalt die gänzliche Auflösung des Thora- Judentums in diesen Kreisen herbeiführen wird. Das bedenklichste Symptom in dieser Beziehmig jedoch ist der Umstand, daß nun auch dadurch in der öffentlichen Vertretung vieler jüdischer Gemeinden die Frau gleich dem Manne über Männer walten darf. Allerdings weiß unsere Geschichte sogar von einer ״Richterinu zu erzählen. Das war die Deborah. Von jeher waren unsere bedeutendsten Köpfe befleißigt, diese mit der Thoravorschrift scheinbar nicht im Einklang stehende Tatsache zu erklären. Man