Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- VI (5696) 1935/36
- Issue
- Heft 4-6 (Januar 1936)
- Date
- 1936-01-01
- Page
- Seite 168 (sequence 58)
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m Es kann die Meinung der Schüler Hillels schwerlich gewesen sein, daß eine Frau nicht makellos dastünde, wenn sie sich als Köchin ihres Mannes nicht immer tadellos bewährt, wenn auch andererseits zugegeben werden muß, daß eine immer־ während verbrannte oder versalzene Mahlzeit nicht gerade dazu beiträgt, den häuslichen Frieden zu fördern, und daß eine Frau, die darauf ausgeht, den Mann dadurch zu quälen, mit einem so böswilligen Charakter behaftet ist, daß das Zusammenleben mit ihr auf die Dauer bedenklich erscheinen müßte. Es ist nun die Ansicht der Schüler Hillels im Gegensatz zu der beschränken־ den Deutung dureh die Schüler Schamais als Richtschnur rezi־ piert worden. Der Ausdruck אפילו הקדיחה תבשילו jedoch wird von maßgebenden Kodifikatoren des jüdischen Eherechtes nicht erwähnt. Es dürfte dieser Ausdruck hier wohl gar nicht im buchstäblichen Sinne aufzufassen sein; vielmehr muß hier wohl an die Bedeutung gedacht werden, in der dieser Ausdruck im tal־ mudischen Schrifttum symbolisch angewendet wird auf jemand, der seinen guten Ruf ins Gerede bringt. Wenn eine Frau mithin durch ihr Benehmen oder durch ihre Eigenschaften dem Leumund des Mannes so schadet, daß sie der Zuneigung ihres Mannes verlustig geht, dann allein hat nach Thorabestimmung der Mann das Recht, sich von dieser Frau ohne weiteres zu scheiden. Wehe dem Manne, der aus anderen Gründen sich von sei־ ner in erster Ehe geheirateten Frau scheidet, so lautet die War־ nung im Talmud und den Religions-Codices. Denn als im zwei־ ten jüdischen Staate der Tempel wieder errichtet war, erhob der Prophet Maleachi gegen diejenigen jüdischen Männer, die aus äußerlichen, unedlen Gründen sich von ihren Frauen ge־ schieden hatten, folgende Straf rede: ״Kein Opfer von euch ist Gott wohlgefällig auf dem Altar, das gleichsam überschüttet ist von Tränen. Der Ewige zeugt wider dich und für die Frau deiner Jugend, die du treulos behandelt hast, sie, deine Genossin, die Frau deines Bundes/6 Und selbst wo eine ערות דבר wäre, solange es nicht eine erhärtete דבר ערוה ist, die die Frau sich zu schulden kommen läßt, lautet die Mahnung: ״Hüte dich vor Uebertreibungen, hüte dich vor Uebereilung!“ Obgleich eine vollzogene Ehescheidung gerichtlich nicht rückgängig gemacht werden kann, liegt es dennoch dem jüdi-