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Nahalat tsevi · 1936-01-01 · Heft 4-6 (Januar 1936) · p. Seite 159

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Journal
Nahalat tsevi
Volume
VI (5696) 1935/36
Issue
Heft 4-6 (Januar 1936)
Date
1936-01-01
Page
Seite 159 (sequence 49)
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159 Über die rechtliche Stellung der jüdischen Frau. Von Rabbiner Dr. T. Lewenstein, Zürich. Proklamiert nicht das Judentum die Minderwertigkeit der Frau? Hat es nicht die Rechte der Frau eingeschränkt im Vergleich mit der Rechtsposition des Mannes? Diese Fragen werden gewöhnlich bejaht. Nicht nur von oberflächlichen Beurteilern, sondern auch von ernsteren For־ schern. Sogar von jüdischen. Und heute, da die soziale Stellung der Frau, namentlich durch die Berufsergreifung einen ganzen Umschwung erfahren hat, mehren sich auch die jüdischen Kritiker, die behaupten, daß in den jüdischen Gesetzesbestimmungen bezüglich der Frau entweder Willkür waltet oder mit ihrer Minderwertigkeit als Faktor gerechnet wird. Daß von einer Gleichberechtigung mit dem Mann nicht die Rede sein könne, gehe doch aus einer ganzen Reihe dieser Gesetzesbestimmungen klar hervor. § 1• Es läßt sich nun die Behauptung, das Judentum proklamiere die Minderwertigkeit der Frau, angesichts bestimmter Bibelstel־ len gar nicht aufrechterhalten. Demnach muß mindestens von einer Gleichbewertung gesprochen werden. Schon bei der Zweckbegründung für die Schöpfung der Frau heißt es: ״Ich will ihm eine Hilfe כנגדו schaffen‘4. Man mag dieses Wort ״ כנגדוihm gegenüber44 nach dem einfachen Wortlaut oder nach der agadischen Auslegung deuten, wie man will, es drückt immer den Regriff der Ebenbürtigkeit gegenüber dem Manne aus. Vor der Sinai-Offenbarung mußte״ Mosche den Israeliten ihre Berufung zu einem dem Dienste Gottes sich weihenden Volke verkünden. Eingeleitet wird dieser Verkündungsauftrag mit den Worten: ״Wie folgt sollst du sagen dem Hause Jakobs und sprechen zu Israels Söhnen . . .44 Diese scheinbare Tautalogie wird durch eine uralte Tradition schon dahin! erläutert, daß mit ״dem Hause Jakobs44 die Frauen und mit den ״Söhnen Israels“ die Männer gemeint seien. Es werden mithin die Frauen bei der Berufung Israels zum Volk Gottes in erster Reihe in Betracht gezogen. In dem Dekalog heißt es: ״Komme Vater und Mutter mit

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