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Nahalat tsevi · 1936-01-01 · Heft 4-6 (Januar 1936) · p. Seite 158

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Journal
Nahalat tsevi
Volume
VI (5696) 1935/36
Issue
Heft 4-6 (Januar 1936)
Date
1936-01-01
Page
Seite 158 (sequence 48)
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158 tigt, dab in einer organisatorifchen Zusammenfassung der Thoraträger dieses Streben eine Stärkung erfahren würde. Daneben rief Dr. Emanuel Carlebach s. A. im Rahmen seines Zieles eine Vereinigung der Chederlehrer ins Leben. V. Abfchliebend möge noch folgendes erwähnt werden. Die Delegation genob das unbedingte Vertrauen der deutlichen Zivilverwaltung. Dieselbe lehnte selbstverständlich in vornehmer Neutralität jede Einmifchung in die inneren Gegensätze innerhalb der polnifchen Judenheit ab; sie hatte aber für die kulturgefchichtliehe Bedeutung der Orthodoxie volles Verständnis. Gleichzeitig bemühte sie sich, die aus zaristischer Zeit stammenden wirtfehaftliehen Härten nach Möglichkeit zu lindern und zu entfernen. Aber auch die damals führenden Kreise Polens, insbesondere die rada regencyina (Erzbifchof Kakowski, Fürst Lubomirski, Baron Ostrowski) hatten sich von dem selbstlosen Wollen der Delegation überzeugen lassen und zeigten ernstes Wohlwollen für die Erlüchtigung der Orthodoxie, bei mit historifcher Gewissenhaftigkeit gepaarter Achtung vor der Glaubenstreue. Der mit der Führung des polnifchen Kultusministeriums betraute Professor Debinski verdient ein Ehrenblatt in der Gefchichte der Orthodoxie Polens. Merkwürdig, das geringste Verständnis legte ein grober Teil der in Deutfchland wohnenden Orthodoxie an den Tag. Sie lieb sich im weiten Umfang von der Haltung der zionistifch-nationalistifchen Presse Warfchaus beeinflussen und hatte kein Vertrauen zu der Delegation. Zum Teil sah sie auch die Bedeutung der Tätigkeit derselben überhaupt nicht ein. Wie fchon einmal gesagt, mub im Zusammenhang dieser Erinnerungen insbesondere des selig verklärten Dr. Ludwig Haas Erwähnung gefchehen. Er ebnete der Delegation die Wege; sein Traum, dab der Orthodoxie eine gewaltige kulturgefchichtliche Aufgabe innerhalb der Judenheit zugewiesen sei, ist in Polen in Erfüllung gegangen, und er hat sich dessen ehrlich gefreut. Leider ist es Dr. Emanuel Carlebach s. A. nicht im vollen Umfang befchieden gewesen, mitzuerleben, wie starke Wurzeln seine Tätigkeit gefchlagen hat. Die Freie Vereinigung und die Aguda zollen ihm heiben, unauslöschlichen Dank. P. K.

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