Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- VI (5696) 1935/36
- Issue
- Heft 4-6 (Januar 1936)
- Date
- 1936-01-01
- Page
- Seite 157 (sequence 47)
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157 friedliche Auseinandersetzungen mit und innerhalb der Gemeinden. Was daneben insbesondere durch Dr. Emanuel Carlebach s. A. an Interventionen zur Besserung der furchtbar gedrückten Lage von Rabbinen und Privaten geleistet wurde, ist fchwer zu fchildern. IV. In der Jugend gärte es. Die Nachwirkungen der sogenannten Ssanin- Bewegung machten sich immer noch geltend. Insbesondere hatte sich eine verhängnisvolle Kluft zwilchen den Eltern und der weiblichen Jugend aufgetan. Es wurden wöchentliche Vorträge für die Frauenwelt eingerichtet. Dank der Munifizenz des George Marx s. A. gelang es Herrn Dr. Emanuel Carlebach s. A. ein Mädchengymnasium einzurichten, das den Namen Chavazeleth erhielt, eine Zeitlang von Herrn Dr. Moses Auerbach די geleitet wurde und heute noch segensreich wirkt. Ein Verein Temunah wurde begründet, der insbesondere die Jugend der immerhin noch vorhandenen misnagdifchen Kreise zu betreuen versuchte. Im Laufe der Entwicklung wurden all diese Bestrebungen von der Aguda getragen. Man kann nicht sagen, dab diese Gründüng der Aguda leicht war. Das grö&te Verdienst gebührte dem jetzigen Präsidenten der polnifchen Aguda, Herrn I. M. Lewin די. Es mag immerhin der Vergessenheit entrissen werden, welches Ereignis die Gründung erleichterte. Damals drohte die Einführung der Zwangssonntagsruhe. Durch eine Petition, welche innerhalb von acht Tagen mit mehr als 23000 Unterfchriften bedeckt worden war und durch persönliche Intervention bei dem damaligen Polizeipräsidenten v. Giasenapp, gelang es, die Gefahr abzuwenden. Bei dieser Gelegenheit drang denn doch in weite Kreise der polnifchen Orthodoxie die Erkenntnis, dab sie einer Organisation bedurfte, um für die religiösen Belange wirksam sein zu können. Gleichzeitig wurde auch der polnifche Rabbinerverband, der heute noch hesteht, ins Leben gerufen. Die Delegation entfchlob sich dazu aus zwei Gründen. Es war sicher damals ein grober Teil der polnifchen Rabbiner, namentlich in den nördlichen Teilen des Generalgouvernements, noch agudafremd (bei dem infolge des Etappenzustandes eingefchränkien Verkehrswesen .war die persönliche Verbindung mit den Rabbinern dieser Gegend nicht leicht), und ferner war es die Tendenz der ganzen Tätigkeit der Delegation, die Autorität der Thora zu stärken. Es war die Hoffnung beredt-