Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- VI (5696) 1935/36
- Issue
- Heft 4-6 (Januar 1936)
- Date
- 1936-01-01
- Page
- Seite 156 (sequence 46)
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i $6 an eine Episode erinnert. Um die absolute Ehrlichkeit seines Bestrebens darzulegen, lag dem Generalgouvernement und seiner Ziviiverwaltung außerordentlich viel daran, daß auch der jüdifche Bevölkerungsteil Polens zu dem autonomen Aufbau dieses Landes freundliche Stellungnahme bekundete. Auch die damaligen Führer des polnifchen Volkes zeigten großes Interesse an diesem Gedanken. Da zeigte die polnifche Orthodoxie einen großen politifchen Weitblick, indem sie als erste auf den Plan trat und in feierlicher Audienz dem Kronmarfchall eine fein stilisierte Adresse überreichte. Führer dieser Adreßdelegation waren Joel Wegmeister s. A. und להבחל־ח Rabbiner S. D. Kahane '*נ. (Es sei hier mit Regungen dankenden Gedenkens Joel Wegmeisters s. A. gedacht, der vom Anfang an der Delegation der Freien Vereinigung wärmste Förderung angedeihen ließ). Die Antwort des Kronmarfchalls wies die Linie auf, welche später der selig verklärte Marfchall Pilsudski innehielt. Man vergißt so leicht, aber man sollte nicht die wilde Treibjagd vergessen, die damals in der jüdifch-nationalistifchen Presse Warfchaus gegen die Orthodoxie anhub; man sollte es nicht vergessen, nicht etwa, um die Kurzsichtigkeit jener Kreise zu kennzeichnen, sondern um es sich klar zu machen, wie der Thora Wort und Geist auch in den fchwierigsten Lagen den richtigen Weg weist. Aber was wollte das alles besagen, gegen die Gegensätze, welche die *Gemeindeverfassung״ hervorrief? Auch das wird man heute fchwer begreifen, nachdem die Regierung Pilsudski diese Verfassung in ihren großen Zügen zu der ihrigen machte und sich die polnifche Judenheit unter derselben sehr wohl fühlt. Aber damals erhob sich ein Sturm, weil die Kultusgemeinde in dieser Verfassung als Religionsgemeinde und nicht als nationales Gebilde angesprochen ist. Das waren die Zeiten, in denen die Delegation der Freien Vereinigung auf den Straßen Warfchaus mit den netten Worten *Nor a Religie״ begrüßt wurde. Tatsächlich war diese Verfassung eine Notwendigkeit, da unter der zaristischen Zeit die Verhältnisse der Gemeinden vollkommen ungeordnet waren. Sie ist ja nun bedeutsam geworden in der Gefchichte der Juden Polens, und es wäre sehr verspätet, die Stunde ihres Werdens nochmals kritifch zu betrachten. Schon vor ihrem Inslebentreten wurde versucht, die im jämmerlichen Zustande befindlichen Anstellungsverhältnisse der Rabbiner zu regeln. Es gefchah dies meistens durch fchiedlich