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Nahalat tsevi · 1936-01-01 · Heft 4-6 (Januar 1936) · p. Seite 155

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Nahalat tsevi
Volume
VI (5696) 1935/36
Issue
Heft 4-6 (Januar 1936)
Date
1936-01-01
Page
Seite 155 (sequence 45)
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155 dem Chassidismus aufzuräumen. Dank dem feinsinnigen Mitwirken von Gerhard v. Mutius und Dr. Ludwig Haas gelang es, diese Gefahr abzuwenden. Das frohe Finale dieser Episode war ein Besuch des Generalgouverneurs v. Beseler bei dem Gerrer Rabbi in Otwock. Dank insbesondere der pädagogifchen Leitung durch Dr. Carlebach s. A. wurde es erreicht, dab die Chederfchule sowohl von der deuifchen, als auch später von der polnifchen Verwaltung Anerkennung fand und ihr Bestand gewahrt wurde. Es sei in diesem Zusammenhang insbesondere darauf hingewiesen, welch gewaltigen Blick die führenden Menfchen der polnifchen Orthodoxie an den Tag legten, als sie neben dem systemaiifchen Umbau auch die Einführung der wichtigsten Volksfchulfächer in das Cheder nach sehr eingehenden Erwägungen gestatteten. Es hat sich heute nach zwanzigjähriger Erfahrung gezeigt, dab das Erlernen des jüdifchen Wissens nach Umfang und Vertiefung nicht Not litt. III. Will man den Rahmen der innerjüdifchen Aufgabe kurz kennzeichnen, so kann man sagen, es handelte sich darum, die Orthodoxie in Polen mündig zu machen. Es gelang in überrafchendem Umfang, es gelang durch die Begründung der Aguda (damals Agudas hoorthodoxim genannt) und durch die Herausgäbe einer orthodox gehaltenen jüdifchen Tageszeitung (das jüdifche Wort). Denn bis dahin war es trotz der überwiegenden Majorität der Orthodoxie fast eine Selbstverständlichkeit, dab die Führung der jüdifchen Dinge in anderen Händen lag, wahrlich nicht zum Besten der religiösen Entwicklung. Man vergleiche damit die heute gottlob obwaltende Führung durch die Orthodoxie in groben und kleinen, Gemeinden Polens, und man kann nur überrafcht sein über die wunderbaren geistigen Fähigkeiten und Willensenergien, welche die Orthodoxie Polens hierbei an den Tag legte und legt. Schon damals jedoch zeigte sich, dab der Hauptgegner der Orthodoxie nicht im sogenannten assimilatorifchen Lager, sondern bei den Zionisten zu suchen war. Der Kampf mubte aufgenommen werden; denn der gröbten Gefahr, der Abwendung von der Autorität der Thora und ihrer Träger, mubte begegnet werden. Man kann heute ruhig sagen, dab man die drei Jahrgänge des jüdifchen Wortes durchblicken kann, ohne ein häbliches Wort zu finden. Aber die erzieherifche Wirkung war unabsehbar. Auch hier sei

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