Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- VI (5696) 1935/36
- Issue
- Heft 4-6 (Januar 1936)
- Date
- 1936-01-01
- Page
- Seite 153 (sequence 43)
- Belongs to
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155 erste Unterredung statt (Teilnehmer: Dr. Abraham Hirfch s. A., Sigmund Fraenkel s. A. und להבחל״ח Max Feuchtwanger, Jacob Rosenheim und der Schreiber dieser Zeilen). Sie verlief dem Anfchein nach resultatlos. Zwei Monate spater jedoch fchrieb der Zivilverwaltungschef spontan, es möchte der Schreiber dieser Zeilen nach Warfchau kommen zur Beratung seines Referenten für jüdifche Angelegenheiten, gleichzeitig erhielt Dr. Carlebadi s. A.-Köln, die Einladung zur Beratung des Schulreferenten in Fragen des Cheder- Wesens. So begann im Januar 1916 die Tätigkeit der Delegation der Freien Vereinigung. Ihr Aufenthalt in Warfchau erstredete sich auf fast drei Jahre. Sie war nicht leicht. Es ist eigentlich zum ersten Male, daS hierüber etwas gesagt wird; auch jetzt gefchieht es nur im gefchichtlichen Interesse. Die meisten Schwierigkeiten lagen merkwürdiger Weise bei den Juden in Deutfchland. Dreimal wurde der Versuch gemacht, bei dem auswärtigen Amt in Berlin und bei dem Generalgouvernement in Warfchau die Meinung zu erwecken, eine Tätigkeit der Orthodoxie in Polen sei kulturfeindlich. Es ist lediglich das Verdienst von Dr. Ludwig Haas s. A., dab diese mit wenig fchönen Ausfällen gegen die Orthodoxie ausgestatteten Denunziationen fruchtlos blieben. Auf eine so edle Natur, wie es Generalgouverneur Beseier s. A. war, machte dieser Angriff den übelsten Eindrude, und er war infolgedessen erst recht bemüht, der Glaubenstreue gerecht zu werden. (Wir versagen es uns auch heute, die Träger dieser Denunziation zu benennen. Soweit sie fchon in der Welt der Ewigkeit sind, ist gewib mit ihnen nicht zu rechten, und die noch Lebenden sind wohl kaum zu belehren.) Es sei nur noch erwähnt, dab die Delegation in Warfchau keinerlei amtliche Stellung einnahm und auch nicht anstrebte. Die Kosten des Aufenthalts und der Tätigkeit dort bestritten einige wohlmeinende Freunde der guten Sache. Es ist Dankespflicht, hierbei besonders des Dr. Abraham Hirfch s. A. und להבחל״ח des Herrn Leo Wrefchner עמו־ש zu gedenken. Seitens der deutfehen Verwaltung wurde volles Verständnis entgegengebracht. Auch hier entspricht es einer fchlichten Forderung gefchichtlicher Dankbarkeit besonders zu gedenken des selig verklärten Herrn Generalgouverneur v. Beseier, Gerhard von Mutius, Dr. Ludwig Haas. Dr. Carlebach s. A. fand in seinen Bestrebungen