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Nahalat tsevi · 1936-01-01 · Heft 4-6 (Januar 1936) · p. Seite 151

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Nahalat tsevi
Volume
VI (5696) 1935/36
Issue
Heft 4-6 (Januar 1936)
Date
1936-01-01
Page
Seite 151 (sequence 41)
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i5i des orthodoxen Judentums. In ihr ist jeder zur Mitarbeit willkommen und findet die Möglichkeit, sich für die Verwirklichung der erwähnten Ziele einzusetzen. Die Schaffung einer großen ״nach allen Seiten hin unabhängigen thoratreuen Organisation“ kann zudem von den unterzeichneten gemeindeorthodoxen oder misrachistischen Rah bin en leider nicht in die Wege geleitet werden, solange sie selber durch Amt und Stellung die Notwendigkeit einer solchen Unabhängigkeit verneinen. Sie sind nicht imstande ״thoratreues Judentum in den Körperschäften würdig und wirksam zu vertreten“, solange sie selber das köstlichste Instrument der jüdischen Gemeinschaft, die jüdische Gemeinde, ihres heiligen Charakters entkleiden. Oder kann von einer würdigen und wirksamen Vertretung des thoratreuen Judentums noch die Rede sein, solange sie in Amt und Stellung es verantworten zu können glauben, daß ihr göttliches Judentum innerhalb der sog. Israelitischen Gemeinde im besten Falle nur ein geduldetes Dasein fristet, neben sich aber die Verleugnung des göttlichen Judentums nicht nur dulden, sondern in paritätischer Gleichberechtigung anerkennen muß?! Sie wollen die ״Autorität des überlieferten Religionsgesetzes zur Anerkennung zu bringen bestrebt sein“. Bedeutet es aber nicht ein Attentat gegen die Autorität unseres göttlichen Gesetzes, wenn gemeinde-orthodoxe Rabbiner selber durch Amt und Stellung die Autorität des göttlichen Gesetzes innerhalb der Gemeinde verleugnen? Erfährt nicht die ״Autorität des überlieferten Religionsgesetzes“ durch sie selber unendliche Schädigung, solange sie durch Amt und Stellung die Rabbiner der Thoraleugnung als gleichberechtigte Kollegen anerkennen, und das in einer Zeit, in der die Reinheit der jüdischen Ehe und die Heiligkeit der Speisegesetze von ihren liberalen Kollegen in unglaublicher Vermessenheit besudelt werden? Sie haben es zu verantworten, wenn statt ״gegenseitiger Stärkung in der Erfüllung der Mizwoth“ weite jüdische Kreise in Deutschland sich ihren Koscherzettel von den liberalen Amtsbrüdern reichen lassen; deren Wort, so urteilt mit Recht die breite Masse, muß denn doch auch Autorität innewohnen, und sie müssen schließlich auch Rabbiner sein, denn sonst würden sie von ihren gemeinde-orthodoxen Kollegen nicht als gleichberechtigte Amtsbrüder anerkannt werden!

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