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Nahalat tsevi · 1936-01-01 · Heft 4-6 (Januar 1936) · p. Seite 149

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Journal
Nahalat tsevi
Volume
VI (5696) 1935/36
Issue
Heft 4-6 (Januar 1936)
Date
1936-01-01
Page
Seite 149 (sequence 39)
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149 vor der Vernunft Bestand hatte, richtig und notwendig gewesen sein. Man wird jedoch nicht leugnen können, daß es noch eine höhere Auffassung von Wesen und Wirkung der Mizwa geben kann. Denn die Thora verfolgt nicht allein den Zweck, durch die Symbole der Mizwoth gewisse Erkenntnisse im Menfchen zu wecken und durch sie auf den ethifchen Willen einzuwirken, vielmehr ist die Thora fchlechthin das Gesetz der Weltharmonie, das mit Hilfe der Mizwoth die gebrochene harmonifche Vollendung in allen Sphären des Geistigen, des Sittlichen, des Naturhaften und des Gefchichtlichen wiederherzustellen bestimmt ist. In meiner Einführung in das Weltbild der jüdifchen Überlieferung geht es um die Erkenntnis der Thora in diesem allumspannenden Rahmen, der weit hinausgeht über ethifche Zweckbestimmung und vernunftmäßige Begründung. Für solche Erkenntnis gibt es aber keinen anderen Wegweiser als die Kabbala, - sofern man nicht eigene Phantasiegebilde zu erzeugen gesonnen ist. 3.) An dieser Stelle erhebt sich nun das pädagogifche Bedenken über die Zulässigkeit der Verkündung und Ausbreitung der kabbalistifchen Lehre, das ja in den beiden Geleitworten, die meiner ״Einführung״ vorausgefchickt sind, gründlich erörtert worden ist. Man mag hierüber urteilen wie auch immer, sicher ist indessen, daß es unter unseren maßgeblichen Autoritäten ebenso viele gibt, die für die Ausbreitung sind, als solche, die dagegen sind. Es muß aber etwas Großes sein um diese Lehre, daß die Größten und Besten unseres Volkes seit vielen Jahrhunderten ihre Weltanschauung aus ihr fchöpften und ihre Gedanken, Gefühle und Handlungen fortgesetzt an ihr nährten. Sollte es uns wirklich ewig verboten sein, einen Strahl dieses Lichtes aufzufangen und uns an ihm zu erwärmen! Darf nicht den ״denkenden Jünglingen unseres Volkes״ - ganz ebenso wie Hirfch es getan hat, ein neuer Weg gewiesen werden, der eine Möglichkeit in sich fchließt, sie zu besseren Juden zu machen, und vielleicht die Lust in ihnen erwecken könnte, selber Lernende zu werden! Es ist nur ein winziger Spalt des Vorhanges, der geöffnet worden ist, und es ist nur ein Hilfsmittel denjenigen dargereicht worden, die glauben, auf diesem Wege eine Bereicherung ihres jüdifchen Seins erfahren zu können. Nachwort der Sdirifiieitung. Zu den Ausführungen des gesch. Verfassers sei kurz bemerkt: Solange ״Westeuropäer“ inmitten eines unjüdischen Kulturlebens sich und ihre Kinder zujehudim erziehen müssen, werden (es wäre verhängnisvolle Selbsttäuschung) die Gefahren nicht

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