Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- VI (5696) 1935/36
- Issue
- Heft 4-6 (Januar 1936)
- Date
- 1936-01-01
- Page
- Seite 147 (sequence 37)
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147 Es gehört nicht zu den letzten Verdiensten der Agudas Jisroel, daß sie Osten und Westen nicht nur zum gegenseitigen Verständnis, sondern auch zur gegenseitigen Achtung bringen möchte. Tiefen Respekt vor dem grandiosen Versuch, in einem umfriedeten Lebensraum nur der Thora und Jira zu leben, aber ebensolchen Respekt vor dem nicht minder grandiosen Versuch, die Welt mit allem, was sie zu bieten hat, jenem Ideale anzunähern, das ja unstrittig urjüdisch ist, im völligen Bewußtsein der ganzen Schwere der Aufgabe, diese Welt mit dem Maßstab der Thora zu meistern. Westen und Osten, man soll sie nicht gegeneinander ausspielen. Wir brauchen die Gedaule Hathauro des Ostens, wir brauchen das Jirath Schomajim der Baale Batim und der Noschim Zidkoniaus im Westen. Sie sollen sich jeder im eigenen Kreise betätigen, nach den Richtlinien, die ihnen ihre Thoragrößen gegeben. Unser Volk braucht die Triebkräfte beider. Treffen sie sich einst von selbst, wird es ein Höhepunkt unserer Galuthgeschichte sein. Zur Klärung. Von Rabbiner Dr. Elie Munk-Ansbach. Auf Wunfch der Schrifileiiung seien gegenüber den Bedenken und Einwänden, die in der vorigen Nummer dieser Zeitfchrift gegen meine Einführung in das Weltbild der jüdifchen Überlieferung (״Das Licht der Ewigkeit") erhoben worden sind, einige kurze Klarstellungen gegeben. 1.) Der von mir unternommene Versuch stellt keinen Angriff gegen das Thora-im-Derech-Erez-Prinzip dar. In aller Klarheit ist vielmehr von mir ausgeführt worden: ״Das jahrzehntelange Programm der Orthodoxie mag heute ebenso berechtigt und notwendig erfcheinen wie jemals in der Vergangenheit, aber es ist durch den Lauf der Ereignisse verblabt und kann in unserem jüdifchen Sein nicht mehr die zentrale Rolle spielen wie früher, da es insbesondere unseren jüdifchen Akademikern einen ganz neuen, au&erordentlich fruchtbaren Lebensinhalt bot." Die Gründe, die beim Aufsuchen eines neuen Weges der geisiig-seelifchen Verjüngung und des Willensauffriebes zum Urgut der Kabbala führen, sind von mir in der gleichen letzten Nummer dieser Zeitfchrift angedeutet worden. Das Gegenargument, dafe gerade im vielberufenen Osten Tausende von Jünglingen eben durch den