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Nahalat tsevi · 1936-01-01 · Heft 4-6 (Januar 1936) · p. Seite 145

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Journal
Nahalat tsevi
Volume
VI (5696) 1935/36
Issue
Heft 4-6 (Januar 1936)
Date
1936-01-01
Page
Seite 145 (sequence 35)
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145 Daß dieser Psak Beth Din von deutschen Rabbonim wie Hirsch, Hildesheimer, Bamberger, Lehmann usw. nicht unterschrieben wurde, ist selbstverständlich. Aber auch zahlreiche Rabbonim in Ungarn unterschrieben nicht, so die hervorragenden Rabbiner von Preßburg, Kobersdorf, Koraorn, Deutschkreuz, Totis, Verbo, Gyöngyös, Balas- Gyarmat, Paks, Tab usw. Was in Ungarn unterschrieb, war das sogenannte ״Unterland“, was nicht unterschrieb, war das sogenannte ״Oberland“. Damals war diese Grenzlinie von mehr kulturellem als geographischem Gepräge, heute ist es umgekehrt. Die Beschlüsse von Mihalowitz entsprangen einer chassidischen Seelenhaltung, die man damals im Oberlande nicht antraf. Heute neigt auch das Oberland dieser Seelenhaltung zu, obwohl feststeht, daß die Beschlüsse von Mihalowitz auch hier sich keineswegs restlos durchgesetzt haben. Die Beschlüsse von Mihalowitz sind vor 70 Jahren im ״Israelit“ von Hildesheimer besprochen worden. Diese Besprechung ist in den ,,Gesammelten Schriften“ Hildesheimers veröffentlicht worden, unter dem Titel ״Ein Beitrag zur Bedeutung von Chukaus Hagaujim“. Bei aller Verehrung, die wir für die lautere Gesinnung Hildesheimers, seine flammende Jiras Schomajim und seine wahrhaft große Gelehrsamkeit empfinden, müssen wir doch gestehen, daß Hildesheimer dem Geiste von Mihalowitz nicht ganz gerecht geworden ist. Unseres Erachtens konnten sich die in Mihalowitz Versammelten mit Recht auf die Mahnung des Chasam Sofer- Testaments berufen, die in ihrem schlichten Wortsinn in der Tat eine Ablehnung der hochdeutschen Predigt bedeutet, und es hat im Grunde genommen wenig Sinn, diese Mahnung auf dem Wege einer gekünstelten Interpretation gegen Mihalowitz ins Treffen zu führen. Laßt uns doch ehrlich sein und zugeben, daß in ihrem gemeinsamen Kampfe gegen die nachmendelssohnsche Kulturbewegung der Chasam Sofer und Rabbiner Hirsch wohl vereint geschlagen haben, aber doch getrennt marschiert sind. Wenn für Hildesheinder Mihalowitz nicht Preßburg ist — Deutschland ist Mihalowitz ganz bestimmt nicht. — Ist es aber nicht bezeichnend für Rabbiner Hirsch, daß er niemals ein polemisches Wort gegen den Geist von Mihalowitz gesprochen? Wäre es nicht unverantwortlich gewesen, Deutschland nach Mihalowitz zu verpflanzen? Was hat Deutschland in Mihalowitz zu suchen? Die Gerechtigkeit verlangt, daß wir uns von jenem schematischen, uniformierenden Rationalismus frei machen, der kein Verständnis auf bringt für die leidenschaftliche Kraft, mit

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