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Nahalat tsevi · 1936-01-01 · Heft 4-6 (Januar 1936) · p. Seite 141

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Nahalat tsevi
Volume
VI (5696) 1935/36
Issue
Heft 4-6 (Januar 1936)
Date
1936-01-01
Page
Seite 141 (sequence 31)
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14i Die Zeiten sind vorbei. Die jüdische Schule ist ein Lieblingskind der Gemeinden geworden. Nur wäre es schön, wenn nicht in allzugroßer Liebe zu dem Adoptivkind die Eltern, die hundert Jahre lang seinethalben bekämpft wurden, vergessen oder gar beiseite gedrängt würden. Auch geschieht leicht etwas zuviel im Eifer des Renegaten. Pädagogische Arbeit erfordert Stille, verträgt keine nervöse Geschäftigkeit, die die Räume erfüllt und die pädagogische Produktion beherrscht. Aber aus eben jener Totalität, wie sie S. R. Hirsch in der Schule zur Geltung bringen wollte, genügt eine Volksschulbildung nicht, selbst nicht in Verbindung mit einem Elternhaus, in dem gelernt und geübt wird, auch nicht in Verbindung mit der Jugendbewegung, auch nicht in Verbindung mit einer Talmudthora. Sie alle sind nicht zu entbehren, aber ersetzen können sie meiner Überzeugung nach die mittlere Schule nicht, die den jungen Mensehen mindestens noch vom 15. bis zum 17. Jahr unter ihrer Obhut behält. Für ein gründliches Sachwissen und Sprachfertigkeit und Darstellungsfähigkeit sind gerade diese Jahre von entscheidender Bedeutung, ganz abgesehen von der seelischen Entwicklung. Die Frage ist: welches sind die Angelpunkte, auf die es bei der Arbeit der jüdischen Schule in der heutigen Zeit vornehmlich ankommt. Gleichgerichtete Kollegien, einheitlich in ihrer Weltanschauung, sind eine erste Grundbedingung für erzieherische Arbeit. Lehrer, die jahrzehntelang die Distanz zwischen der Staatsschule, in der sie tätig waren, und der jüdischen Schule hervorgekehrt haben, können nicht von heute auf morgen Lehrer an jüdischen Schulen sein. Dazu bedarf es doch einer gründlicheren Umstellung, als gemeinhin angenommen wird. Die jüdische Schule hat den ganzen Menschen zu erfassen und hat ihn vom Judentum her zu erfassen, die in ihm liegenden Kräfte vom Judentum her zu bewegen und seine Nöte von ihm aus zu lösen. Das kann nur ein Erzieher, der selbst das Judentum von seiner Mitte her erfaßt hat und lebt und in derselben Anschauung, aus der er lebt, auch erzieht. Die jüdische Schule fordert keine Einseitigkeit, aber Eindeutigkeit. Wem das Judentum Antwort geben soll auf die schwersten Fragen des Lebens und den letzten Sinn seines Daseins ausmachen soll, dem muß es über Zweifel und Zweideutigkeit herausgehoben erscheinen. Eine Schule, an der das Gesetz Mosis und Israels dem einen verbindliches Gottesgesetz, dem anderen Privatsache, dem Ermessen eines jeden einzelnen freigestellt ist, eine solche Schule muß nur Ver- WWS?KS\*'״«tK S ■l 1?׳-־ י *״י **מ״> '»-׳ +* י•י׳•**"• ״1.u •ז׳*־ ״.ד <־<■ süllll

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