Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- VI (5696) 1935/36
- Issue
- Heft 4-6 (Januar 1936)
- Date
- 1936-01-01
- Page
- Seite 139 (sequence 29)
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159 fo wirkfam gedeutet wie David, der Pfalmfänger, deffen Harfenfang in den Gotteshäufern der ganzen kultivierten Welt ertönt. Die Zahl 7 hat (ich die Welt bereits erobert, David braucht feine Harfe nicht mehr felber zu fpielen מנגן מאליו fie klingt felbftändig weiter, wenn der Nordwind kommt, um ihre Töne durch die ganze Welt zu tragen ... Dagegen warten die Zahlen 8 und 10 noch auf ihre Auferftehung. Den Tag des Sieges der Thora und des Thoravolkes, den Tag der im Gotteswort geeinten Menfchheit, den Tag der ewigen Freiheit: den wird uns erft die Zukunft bringen . . . Sehen Sie: das ift תורה עם דרך ארץ - das ift der Weg der Thora über die Erde — das ift orthodoxes Judentum, zu deffen Wegbereitern untre Freie Vereinigung ganz Israel aufrufen möchte. Jüdische Schule in heutiger Zeit. Von Dir. Dr. M. Elias, Frankfurt a. M. In dem zu Ende gehenden Schuljahr hat die jüdische Schule in den Augen vieler, die ihr früher ablehnend gegenüberstanden, ein anderes Gesicht bekommen. Die Lage der deutschen Juden hat eine schmerzlich fühlbare Verschärfung erfahren. Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten werden immer zahlreicher, ohne daß die geistigen und seelischen etwas von ihrem Gewicht verlieren. Sie werden dadurch noch drükkender empfunden. Eine solche Lage stellt der Erziehung mit jedem Tag wachsende Aufgaben. Ihrer Herr werden können wir nur, wenn wir daran gehen, sie zu überwinden. Deutschland fordert auch im Geistigen weitgehende Zurückhaltung von uns, Distanzierung. Zurückziehung auf uns selbst. Der gesetzestreue Jude hat diese Forderung schon lange vorher gestellt. Aber eine solche Distanzierung muß an innere Kräfte anknüpfen, soll sie auf die Dauer tragbar sein und sich nicht auf erzwungene Abschnürung beschränken und im Negativen erschöpfen. Innere Kräfte, eigene Kräfte, die aus derselben Quelle aufsteigen, aus der unser Leid quillt, nehmen ihr viel von ihrer Bitterkeit. Wir wissen, daß wir um jener Kräfte willen leiden, um sie stark und lebendig zu erhalten. Die Kraft, die im Judentum wirkt, zu deutlichem Bewußtsein zu bringen, damit zugleich einen versöhnenden Ausgleich zu schaffen für das, was in die Brüche ge-