Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- VI (5696) 1935/36
- Issue
- Heft 4-6 (Januar 1936)
- Date
- 1936-01-01
- Page
- Seite 131 (sequence 21)
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13t daß auch diejenigen unter uns, die in ihrem privaten Leben dem Gottesgefetz den fchuldigen Gehorfam nicht erweifen zu können glauben, gleichwohl innerlich doch davon durchdrungen lind, daß die Zukunft des Judentums mit der Erhaltung der Orthodoxie, mit der Förderung von Thora und Mizwoth ßeht und fällt. Die Freie Vereinigung appelliert an den gefunden Kern der jüdifchen Gefamtheit. Sie kann und will nicht glauben, daß das, was im Judentum feit Mendelsfohn gefchah, der jüdifchen Weisheit letzten Schluß bedeute. Sie kann und will nicht glauben, daß all die jüdifchen Männer und Frauen, die gedankenlos und kurzfichtig aus ihrem häuslichen und gefchäftlichen Leben die Forderungen des Gottesgefetzes verbannen, nicht doch einmal ftutzig werden, wenn fie an die Folgen ihres Abfalls denken; wenn fie an die Zukunft ihrer Kinder denken, wenn fie an die Zahl der Mifche’nen denken, die als mahnendes, aufrüttelndes Schreckfignal den Fluch der böfen Tat verkünden. Und weil die Freie Vereinigung nicht glauben kann, daß Israel jemals auf die Dauer aufhören kann, ממלכת נהנים ונוי קדוש ein Reich von Prießern und ein heiliges Volk zu fein, darum hat fie von Anbeginn ihre Pforten offen gehalten für alle, die Kinder einer jüdifchen Mutter find. Sie glaubt an den Morgen, auch wenn es Nacht iß - אתא בקר ונם לילה — und fie fpricht mit dem Wächter der Nacht: אם תבעיון בעיו שבו אתיו wenn ihr nur wollen möchtet — o, wollet doch — kehrt zurück, kommt! 1L Wie die Dinge heute liegen, kann es noch lange dauern, bis es zu diefer Heimkehr kommt. Einftweilen wird lieh das orthodoxe Judentum in Deutfchland mit einer Minoritätsßellung begnügen müffen. Das bedeutet freilich nicht, daß die Freie Vereinigung (ich bloß als eine Partei im Judentum begreiß und lieh jemals dazu verftehen würde, ihren Anfpruch preiszugeben, zur Vertretung der jüdifchen Religion als folcher berufen zu fein. Das mag unbefcheiden klingen, aber iß denn Befcheidenheit immer eine Zier? Zu dem Verfe, den wir geftern gelefen haben: ,ויקרא משה להושע בן נון יהושע ״Mofes nannte Hofea, Sohn Nuns, Jofua", bemerkt Jonathan ben Ufiel: ,כד המא משה ענותנותיה קרא משה להושע בן נון יהושע *als Mofes die Befcheidenheit Hofeas fah, nannte er ihn Jehofchua״. Mit dem Buchftaben י, der dem Namen Jofuas angefügt wurde, hatte es eine tiefe Bewandtnis. Im Jerufchalmi Sanhedrin wird erzählt, daß es derfelbe war, der einft dem Namen unterer Stamm- - ־ ־ ׳ ׳ ־־. י׳ י-,. ״; ־־ ' - י^ י־'-*׳ ־ ״ ׳ ׳.